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Arbeiter-Samariter-Bund: Drückerkolonnen werben in Pirmasens Mitglieder

Pirmasens. Um neue Mitglieder zu werben, hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) einem Bericht der ARD-Magazins „Plusminus“ zufolge in Pirmasens Drückerkolonnen eingesetzt. Brisant dabei: Ein Teil des Geldes fließt angeblich nicht in ASB-Projekte, sondern dient als Provision für die Drücker.„Solche Werbeaktionen werden seit einigen Jahren durchgeführt und sind bisher sehr erfolgreich verlaufen“, sagte der Pirmasenser ASB-Geschäftsführer Norbert Stretz. „Der Kreisverband Pirmasens ist für diese Aktionen nicht verantwortlich, sie werden vom Bundesverband aus organisiert“, so Stretz weiter. Einfluss könne er allerdings auf die Methoden der so genannten Drücker nehmen.

Mit falschen Angaben geworben


„Es kam durchaus schon vor, dass Leute bei mir angerufen und sich beschwert haben“, erklärte Stretz. Daraufhin habe er sich mit dem Leiter der meist sieben oder acht Personen umfassenden Kolonne in Verbindung gesetzt und die Missstände bei der Neumitgliederwerbung geklärt. Das ARD-Wirtschaftsmagazin hatte am Dienstag berichtet, dass die Drücker meist mit falschen Angaben über die Tätigkeiten des ASB neue Mitglieder werben wollen. Zielgruppe seien oft ältere Menschen. So seien den Leuten Geschichten wie zum Beispiel „in Deutschland wurden 15000 Zivi-Stellen gestrichen“ aufgetischt worden. „Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen“, sagte Stretz zu den Vorwürfen des ARD-Magazins. Er persönlich habe Mitarbeiter-Ausweise und Infobroschüren über den ASB Pirmasens an die Werbertruppe ausgeteilt.

Auch über die in der ARD-Sendung genannte Provision für die vom ASB engagierte Werbefirma ist Stretz nach eigenen Worten nicht unterrichtet. Nach Plusminus-Angaben kassieren die Drücker einen Jahresmitgliedsbeitrag für jedes neu geworbene Mitglied. „Über die Bezahlung oder Prämien weiß ich nichts“, erklärte Stretz.

Woher die Werbetruppe ihre Ausrüstung hat – im Fernsehbeitrag war ein Fahrzeug mit ASB-Beschriftung zu sehen und die Mitarbeiter trugen ASB-Kleidung – konnte Stretz nicht sagen. „Vielleicht ist das mit dem Bundesverband so abgesprochen, darüber werden die Kreisverbände nicht informiert.“ Ihm wäre es sowieso viel lieber, wenn eigene Mitarbeiter, die die Örtlichkeiten kennen, auf Werbetour gehen würden, betonte der Pirmasenser ASB-Chef: „Dazu fehlt bei all der Arbeit die Zeit, dennoch sollte das eine Überlegung wert sein.“

Richtlinienv erbieten unter anderem  Drücker-Methoden

Viele Wohlfahrtsorganisationen tragen ein Spenden-Siegel des deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI). Die Richtlinien dieses Siegels verbieten unter anderem die so genannten Drücker-Methoden. Der ASB hat dieses Siegel nicht. „Davon habe ich in dem Fernsehbeitrag zum ersten Mal gehört“, sagte Norbert Stretz. Er will auf der nächsten ASB-Landeskonferenz über dieses Thema sprechen.

Der ASB-Kreisverband Pirmasens zählt derzeit rund 4000 Mitglieder. „Aufgrund der hohen Fluktuation sind wir darauf angewiesen, unsere Zahlen stabil zu halten und möglichst auszubauen“, erklärte Stretz. Daher hält er ein „Klinkenputzen“ für unumgänglich. „Unter Druck gesetzt wird dabei niemand“, versicherte Stretz. Durch die Aktion wurden nach seinen Angaben in den letzten Wochen allein in Pirmasens mehrere hundert neue Mitglieder gewonnen. Übrigens: Der Bundesverband des ASB hat in einer schriftlichen Stellungnahme angekündigt, dass die Vorgehensweisen der Werber überprüft werden soll. tmü

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