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Arbeitsfreier Luther-Feiertag kostet Saar-Wirtschaft 32 Millionen

Die Saar-Wirtschaft protestiert energisch dagegen, dass die Landesregierung zum 500. Jahrestag der Reformation den 31. Oktober 2017 zum arbeitsfreien Feiertag erklärt hat. Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK) und die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) fordern jetzt, diese Entscheidung rückgängig zu machen. In einem gemeinsamen Schreiben an das Innenministerium, das der SZ vorliegt, weisen sie darauf hin, dass durch den einmaligen arbeitsfreien Tag das Bruttoinlandsprodukt im Saarland um rund 32 Millionen Euro niedriger ausfallen würde. „Wir sprechen uns dafür aus, dass man dieses Jubiläum würdigt“, sagte HWK-Hauptgeschäftsführer Georg Brenner der SZ. Aber es dürfe keine Arbeitszeit ausfallen.

Der Tag, an dem sich Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg zum 500. Mal jährt, wird wohl bundesweit einmalig begangen. Fast alle Länder, in denen der 31. Oktober kein regulärer Feiertag ist, haben das schon beschlossen. Die Wirtschaft habe aber „keinerlei Verständnis“ dafür, dass sie die Kosten tragen soll, sagte VSU-Hauptgeschäftsführer Joachim Malter. Er habe den Eindruck, dass sich Politik zunehmend auf das Verteilen von Wohltaten beschränke.
Ihren Protest gegen den Feiertag hatte die Saar-Wirtschaft bereits im Mai intern kundgetan. Gespräche mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) hätten allerdings keine Hoffnung auf eine Rücknahme gemacht, berichtete IHK-Präsident Richard Weber. „Nichts mehr zu machen“, lautete das Signal. Auch der Unternehmer Manfred Günther aus Spiesen-Elversberg, der sich direkt an die Staatskanzlei wandte, erhielt eine Absage. Malter fordert die Regierung auf, bundesweit noch einmal das Gespräch zu suchen, „um den Fehler zu korrigieren“.

Die Wirtschaftsvertreter weisen auch auf die spezielle Situation im Saarland hin, wo es im Schnitt zwei Feiertage mehr gebe als im Rest der Republik. Mehrfach habe man gefordert, zum Beispiel Mariä Himmelfahrt als arbeitsfreien Tag abzuschaffen.
 
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