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Arbeitskammer: Beschäftigte im Saarland werden im Durchschnitt schlechter bezahlt

Gut ein Viertel aller saarländischen Arbeitnehmer ist in der Industrie beschäftigt. Foto: Bosch</p>

Gut ein Viertel aller saarländischen Arbeitnehmer ist in der Industrie beschäftigt. Foto: Bosch

Die Saarländer „haben nach wie vor weniger Geld im Portemonnaie als die Bürger in großen Teilen der restlichen Republik“. Das sagte gestern Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer (AK) des Saarlandes. Er berief sich dabei auf die jüngste Aktualisierung der Schriftenreihe AK-Fakten „Einkommen im Saarland“.

„Das verfügbare Haushaltseinkommen je Einwohner lag 2014 im Saarland bei 19 982 Euro – gut 8,5 Prozent unterhalb des westdeutschen Durchschnitts von 21 841 Euro (ohne Berlin)“, heißt es dort. Damit sei Saarland Schlusslicht der Westländer – nach Bremen (minus 8,2 Prozent) und Niedersachsen (minus 7,7 Prozent). Spitzenreiter sind Hamburg (acht Prozent über dem West-Durchschnitt) und Bayern (plus 5,7 Prozent). „Dazu passt, dass die Sparquote im Saarland mit 8,3 Prozent geringer ist als im Bund“. Von 100 Euro werden also 8,30 Euro gespart; in Westdeutschland sind es 10,10 Euro. Denn durch das geringere Einkommen können auch weniger Geld zurückgelegt werden.

Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) erklärt die geringere Sparneigung damit, dass „wir viel mehr Wohneigentum haben als andere Bundesländer. In Zeiten niedriger Zinsen investieren die Leute mehr in ihr Haus und tragen ihr Geld weniger auf die Bank.“

Auch bei den monatlichen Bruttoverdiensten der Vollzeitbeschäftigten ist das Saarland der AK zufolge abgehängt. Die Saar-Arbeitnehmer würden 3801 Euro verdienen, die Kollegen in Westdeutschland 4171 Euro, was einer Differenz von 8,9 Prozent entspricht. Die Kammer räumt allerdings ein, dass es „für Fachkräfte sowie an- und ungelernte Arbeitnehmer im Saarland einen Verdienstvorsprung gibt“. Das sei „insbesondere auf die Industrie mit ihrem großen gewerkschaftlichen Organisationsgrad und ihrer hohen Tarifbindung zurückzuführen“. Der Unterschied erklärt sich, „weil hier die absoluten Einkommens-Spitzenreiter fehlen“, sagt Malter. „Die findet man eher in den Städten mit Konzernzentralen , also in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München.“ Das räumt auch die Kammer teilweise ein. Allerdings würden auch Vorarbeiter, Meister und Akademiker an der Saar schlechter bezahlt. Die VSU hält dagegen: „Die unteren Entgeltgruppen verdienen sogar mehr als im Durchschnitt und die mittleren sind etwa im Schnitt“. Diese Struktur müsse der AK „eigentlich gefallen“.

arbeitskammer.de/ak-fakten

 

Meinung:

 

Zwei Seiten einer Medaille

Von  Lothar Warscheid

 

Der Schlagabtausch zwischen der Arbeitskammer und den Arbeitgeberverbänden hinsichtlich der Einkommen im Saarland und den westlichen Bundesländern hat schon Tradition. Dass wir an der Saar weniger Konzernzentralen und Forschungseinrichtungen haben als andere Regionen, lässt sich nicht leugnen. Die Menschen, die dort arbeiten, verdienen überdurchschnittlich gut. Andererseits ist mehr als ein Viertel aller Saarländer in der Industrie beschäftigt. Dort sind die Entgelte höher als in anderen Bereichen. Die Wirtschaftsstruktur spiegelt sich in den Einkommen wider. Das sind zwei Seiten einer Medaille.

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