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Arbeitskammer: Saarländer bekommen zu wenig Lohn

Saarbrücken. Die Arbeitskammer sieht einen kräftigen Nachholbedarf bei den Einkommen für saarländische Arbeitnehmer. So habe der Rückstand zu den anderen Regionen in Westdeutschland nach Ablauf des ersten Halbjahrs 2010 bereits 8,2 Prozent betragen. Im Vergleich zu attraktiven Wirtschaftsregionen wie Hessen und Baden-Württemberg falle der Rückstand noch größer aus.

Viele Saarländer wandern wegen des niedrigen Gehalts ab
Diese Entwicklung sieht die Arbeitskammer mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Kurtz als eine der Hauptgründe an, warum viele Saarländer in andere Regionen abwandern.

Gleichzeitig seien die Vermögens-Einkommen an der Saar mehr als dreimal so stark angestiegen wie die Arbeitnehmer-Entgelte (plus 20,5 Prozent zu plus sechs Prozent). Die Verschiebung der Einkommen falle seit dem Jahr 2000 stärker aus als in allen anderen westlichen Bundesländern. Eine „echte Steigerung“ der Kaufkraft habe es für die Saarländer in den vergangenen Jahren nur 2002 gegeben.

Zwar seien die Verdienste nach dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr 2010 gegenüber 2008 um 2,9 Prozent gestiegen, wovon besonders Dienstleistungen profitiert hätten (plus 4,3 Prozent). In diesem Bereich sei jedoch auch der Nachholbedarf am größten. In der krisengeschüttelten Industrie seien die Zuwächse mit einem plus von 2,0 Prozent jedoch deutlich zurückgeblieben.

Jeder Sechste von Armut bedroht
Zudem verweist die Arbeitskammer auf Stundenlöhne in 26 Branchen, die unter dem vom DGB geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro liegen. Niedriglöhne seien im Saarland besonders häufig anzutreffen. Mittlerweile arbeite ein Fünftel aller Saarländer zu Niedriglöhnen. Nach Untersuchungen der Arbeitskammer sei jeder sechste armutsgefährdet. Von Hartz IV müssten im Saarland trotz Vollzeitjob schon 4000 Beschäftigte ihre wirtschaftliche Existenz sichern. ts

 
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