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Arbeitslosenberatung steht vor der Insolvenz: Gemeinnützige Firma Gabb geht das Geld aus

Die saarländische Armutskonferenz spricht von einem „herben Verlust“ für Burbach. „Die Bemühungen des Stadtteils, Hoffnungszeichen zu setzen“, würden „konterkariert“, wenn Einrichtungen verschwinden, die nicht nur für die Burbacher in zweifacher Hinsicht wichtig sind. Zum einen für Menschen, die in diesen Projekten nach langer Arbeitslosigkeit fit gemacht werden sollen für den Arbeitsmarkt. Zum andern für Menschen, die auf die Dienstleistung dieser Einrichtungen angewiesen sind. Beides verbindet die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach (Gabb) in ihrer Arbeit.

Beispiel Gebrauchtbaumarkt: Dort sammeln Langzeitarbeitslose nicht mehr benötigtes Baumaterial und Werkzeug ein, richten es her und verkaufen es zu günstigen Preisen. „Gerade für Menschen mit schmalem Geldbeutel“ sei das oft die einzige „Möglichkeit, kleinere Renovierungen eigeninitiativ durchzuführen“.

Damit ist es wohl zum Jahresende vorbei. Eine Insolvenz der Gabb sei „unausweichlich“, teilte Guri-Grit Liebezeit, die Geschäftsführerin des Unternehmens gestern auf Anfrage mit. Die Förderung durch Bund und Land für einige der Gabb-Projekte sei gekürzt worden oder ganz ausgelaufen, die Bürgerarbeit gestrichen.. Auch die Zuschüsse des Jobcenters seien „drastisch runtergekürzt“ worden, sagt Liebezeit. Das Geld für die Projekte reiche hinten und vorne nicht mehr.

Das Ende der Gabb, die 1993 als Rechtsnachfolgerin des ökumenischen Arbeitslosenzentrums Burbach gegründet wurde, müsse das aber nicht sein. Liebezeit spricht von einer „Insolvenz als Planverfahren“. Wirtschaftsprüfer seien dabei, sich die Einrichtungen der Gabb anzuschauen. Ziel sei es, zumindest mit einigen Projekten „neu durchzustarten“.

Im Klartext: Um die Gabb zu retten, sollen die Teile, die sie finanziell nach unten ziehen, geschlossen werden. Das sind auf jeden Fall die Arbeitslosenberatung und der Gebrauchtbaumarkt, sagt Liebezeit. Beide Projekte sollen zum 31. Dezember eingestellt werden. Das Gebrauchtwarenhaus in Brebach arbeite dagegen ohne Verlust und soll offenbleiben. Ob der Plan gelingt und wie viele der rund 80 Mitarbeiter der Gabb ihren Job verlieren, könne sie erst sagen, wenn die Wirtschaftsprüfer ihre Arbeit beendet haben, sagt Liebezeit. Aber sie habe Hoffnung, dass es weitergeht.

Die saarländische Armutskonferenz fordert „ein breites Bündnis zur Rettung“ der Gabb. Wolfgang Edlinger, der Vorsitzende der Armutskonferenz, sieht vor allem die Gesellschafter der Gabb in der Pflicht. Das sind der Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung, das Diakonische Werk an der Saar und das städtische Zentrum für Bildung und Beruf Saar ZBB. Aber auch Politik, Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitsverwaltung und Burbacher Organisationen seien nun gefordert, „den Erhalt der Gabb mit einem zukunftsfähigen Konzept zu sichern“.
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