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Arbeitslosigkeit steigt 2010 voraussichtlich an

Vor allem das Ende der Kurzarbeit in vielen Betrieben sorge 2010 für einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit an der Saar. Dies prognostiziert Otto-Werner-Schade, Chef der Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit.

Saarbrücken. Saarländische Unternehmen werden besonders im ersten Halbjahr 2010 mehr Personal als bisher entlassen. Diese Prognose wagt Otto-Werner-Schade, Chef der Regionaldirektion Saarland-Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit (BA). Dies liege vor allem an einem bevorstehenden Ende der Kurzarbeit in vielen Betrieben.

Bisher sei es meist gelungen, Engpässe beim Auftragseingang mit einer Phase der Kurzarbeit zu überbrücken. Dies bringe aber auch hohe Kosten für die betroffenen Unternehmen mit sich. Schade: „Auf Dauer können Betriebe mit einer Unterauslastung die Krise nicht durch Kurzarbeit bewältigen. Das wird häufig noch nicht einkalkuliert.“ Ohne den Einsatz von Kurzarbeit wären jetzt schon rund 7600 Saarländer mehr arbeitslos.

Negativ werde sich zudem auswirken, dass das derzeit prognostizierte Wirtschaftswachstum im Saarland von 1,5 Prozent nicht ausreiche, um in nennenswertem Umfang neue Beschäftigung in den Unternehmen aufzubauen. Allerdings sieht Schade auch die wirtschaftliche Talsohle schon durchschritten. Im Jahresschnitt 2010 geht der Chef der Regionaldirektion daher von 45.000 bis 47.000 Arbeitslosen an der Saar aus. Das wären bis zu 8000 mehr als im Jahresschnitt 2009.

Besonders schlecht haben sich in den vergangenen Monaten die Chancen für zwei Personengruppen entwickelt: Jugendliche und ältere Menschen ab 50. Alarmierend sei, dass unter den Saar-Arbeitslosen 50 Prozent noch nicht einmal über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, unter Jugendlichen sogar 55 Prozent. Gleichzeitig gehe der Bedarf an ungelernten Arbeitskräften immer weiter zurück. „In Krisenzeiten werden gerade einfache Hilfstätigkeiten abgebaut.“ Schade fordert daher, in der Bildungspolitik alles zu unternehmen, um mehr Saarländern zu Bildungsabschlüssen zu verhelfen. Gleichzeitig müssten auch subventionierte Tätigkeiten für das Gemeinwohl ausgebaut werden, um neue Chancen für Benachteiligte am Arbeitsmarkt zu eröffnen. Hier sieht Schade „jede Menge Bedarf in Städten, im Gesundheitswesen, in der Altenpflege und in karitativen Einrichtungen“. Insgesamt habe die Regionaldirektion 2009 rund 600 Millionen Euro für arbeitsbegleitende Maßnahmen in Rheinland-Pfalz und an der Saar einsetzen können. 2010 werde es etwa beim gleichen Betrag bleiben.

Optimistischer als an der Saar erwartet der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen-Weise, für Gesamtdeutschland nur einen „moderaten“ Anstieg der Arbeitslosigkeit. Diese werde im Jahresschnitt bei 4,1 bis 4,2 Millionen liegen. Optimistisch ist auch der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Er sieht im Frühjahr 2010 rund 3,6 Millionen statt der befürchteten 4,5 bis fünf Millionen Arbeitslosen. Am Arbeitsmarkt passiere „ein kleines Wunder“. Unterdessen fordert DGB-Chef Michael Sommer von der Bundesregierung weitere Konjunkturprogramme zur Stärkung der Wirtschaft.
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