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Arcelor-Mittal startet umwelt- freundliches Stahlkochen

Luxemburg. Der erste Hochofen der Welt, bei dem in einem Pilotprojekt Kohlendioxid (CO2) aus dem Abgas abgeschieden und in tiefen Bodenschichten gelagert werden soll, wird voraussichtlich in Lothringen stehen. Und zwar soll im Stahlkomplex von Florange, der zum Konzern Arcelor-Mittal gehört, in den Jahren 2011 bis 2015 eine Demonstrationsanlage in Betrieb gehen. Falls sich die Me- thode bewährt, soll diese Technologie ab 2016 in die industrielle Anwendung übergehen und vermarktet werden.

Außerdem will Arcelor-Mittal in Zusammenarbeit mit Thyssen-Krupp und Corus in Eisenhüttenstadt eine andere Technik zur Verringerung des CO2- Ausstoßes erproben. In Bran- denburg soll von 2010 bis 2014 ein neuer Hochofen dafür genutzt werden, CO2 am Ofen abzuziehen, um es anschließend wieder in die Produktion einzu- düsen. Bei diesem Verfahren geht es darum, das Abfallgas, auch Gichtgas genannt, der Eisenschmelze wieder zuzuführen, so dass weniger Kokskohle gebraucht wird und weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt. Diese Maßnahmen, deren Kosten mit rund einer Milliarde Euro taxiert werden, wurde von der Europäischen Plattform für Stahltechnologie (Estep) beschlossen, womit die zweite Phase des Forschungsprogramms für extrem niedrige CO2-Emissionen bei der Stahlherstellung (Ultra Low CO2- Steelmaking – Ulcos) eingeläutet wurde.



Die zweite Phase von Ulcos, für die nun mit Florange und Eisenhüttenstadt die Standortentscheidungen gefallen sind, soll den Durchbruch für eine ökologisch akzeptable Stahlproduktion bringen. So kommentierte Lakshmi Mittal, der Chef von Arcelor-Mittal, die Eestep-Entscheidung mit den Worten: „Effiziente und umweltfreundliche Stahlproduktion muss heutzutage Priorität für Stahlhersteller haben. Wir hoffen sehr, dass wir mit der EU und den nationalen Regierungen ein Investitionsabkommen finden, um dieses Projekt voranzutreiben.“

Ein dritter Weg, das Gichtgas sinnvoll zu nutzen, wurde bei der Dillinger Hütte eingeschlagen. Hier sollen die Abgase der Hochöfen abgezogen und in einem speziellen Gichtgaskraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt werden. In Lothringen will man das am Hochofen abgeschiedene CO2 in Wasser führende, salzige Schichten in Tiefen von 800 bis 2000 Metern mit hohem Druck verpressen. Nach Ansicht von Geologen, so hieß es kürzlich in der Metzer Zeitung „Républicain Lorrain“, sei dieses Projekt vielversprechend, weil über den Wasser führenden Schichten ein fest abschließender Sandstein abgelagert sei. Der norwegischen Konzern Statoil verpresst bereits seit einem Jahrzehnt erfolgreich jenes CO2 im Untergrund, das man bei der Gewinnung von Erdgas abscheidet.

Für klimafreundliches Stahlkochen Arcelor-Mittal startet in Lothringen Pilotprojekt zur Abscheidung von Kohlendioxid Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor-Mittal will in Lothringen ein Verfahren erproben, Kohlendioxid abzuscheiden und es in tiefe Bodenschichten zu pressen. Ziel ist eine umweltverträgliche Stahlherstellung.
Gerhard Franz
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