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Arme Erbringer: Altes Dorfgasthaus Ternig brennt völlig aus

Erbringen. Fassungslos muss die Tochter der Wirtin mit ansehen, wie das Feuer mehr und mehr um sich greift und das alte Gasthaus in Flammen hüllt. Das Gebäude, in dem sich bis gestern Nachmittag das Leben im Dorf abspielte, Vereine sich zu Versammlungen trafen, Erbringer und viele andere aus der Umgebung gerne ihr Bierchen tranken, wird Opfer eines Feuers. Was den Brand im Gasthaus Ternig, Erbringer Straße 36, verursacht hat, darüber wollte Einsatzleiter Martin Schneider gestern Nachmittag noch nicht spekulieren.

„Das ist Sache der Brandermittlungen.“ Vermutungen machen allerdings die Runde, dass ein technischer Defekt an einem alten Heizgerät zu dem verheerenden Feuer geführt haben könnte. Erhard Ternig, über 40 Jahre Wirt der beliebten Kneipe, kann nur sein Leben retten. „De Mann“, wie ihn die Erbringer liebevoll nennen, wird aus der ersten Etage von Nachbarn, Feuerwehrleuten und einem weiteren Erbringer mit einer Leiter geborgen, kann nichts retten als sein nacktes Leben. Vorsorglich wird der 71-Jährige in ein Krankenhaus gebracht – mit Verdacht auf Rauchvergiftung. Aus dem Dach seines Elternhauses und Lebensmittelpunkts von Kindheit an, schlagen Flammen, steigen grau-gelbe Rauchschwaden meterhoch in den Himmel. Ob das 1904 erbaute Haus wieder bewohnbar sein wird, vermag zu diesem Zeitpunkt noch niemand zu sagen. Der Dachstuhl ist völlig ausgebrannt.

Sieben Wehren im Einsatz Kurz vor drei Uhr am Nachmittag war Alarm ausgelöst worden. Die Erbringer rücken aus, ebenso ihre Kollegen aus Reimsbach, Düppenweiler, Haustadt, Honzrath und Hargarten. Die Drehleiter aus Merzig wird angefordert. Im beißenden Rauch versucht ein Feuerwehrmann mit schwerem Atemschutz von der Drehleiter aus den Löschangriff – eine Aktion, die zunächst abgeblasen wird. „Es befinden sich noch zwei Gasflaschen in dem Haus“, sagt Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer. „Wenn diese explodieren würden, wäre es zu gefährlich für In sein Elternhaus wird Erhard Ternig wohl nie mehr zurückkehren. Ein Brand, der 65 Einsatzkräften alles abverlangte, hat das Gebäude von 1904 zerstört. Ternig wurde in ein Krankenhaus gebracht. den Mann auf der Drehleiter.“ Wegen einer möglichen Explosion der Gasflaschen können die freiwilligen Helfer das Gebäude nicht betreten – ebenso wegen der drohenden Einsturzgefahr.

„Die Menge an Löschwasser erhöht die Dachlast“, sagt Einsatzleiter Schneider und ordnet zunächst einen Löschangriff von vier Seiten an. Immer wieder züngeln Flammen im Obergeschoss, lodern zwischen den verkohlten Dachbalken. 65 Feuerwehrleute arbeiten über Stunden, um des Feuers Herr zu werden. Die einen bekämpfen die Flammen, andere schaufeln nasse Erde um die Eingangstür und die Vorderfront. Erneut wird die Drehleiter nach oben gefahren, ein Löschangriff gewagt – diesmal muss sich der Helfer durch grau-blauen Rauch kämpfen.

Während die Tochter der Wirtin Trost bei ihrer Mutter Trost sucht, schleppen Anwohner und Mitglieder der Jugendfeuerwehr Getränke herbei, stehen DRK-Sanitäter für alle Fälle bereit, riegeln Polizisten einige 100 Meter entfernt die Straße ab, die bis in den Abend hinein gesperrt ist, und leiten Autos um. Das Haus, so mutmaßt Einsatzleiter Martin Schneider, wird wohl unbewohnbar bleiben. Zwar ist das Feuer gegen 16.30 Uhr unter Kontrolle, doch abrücken können die Einsatzkräfte noch nicht. Bis weit in den Abend hinein schuften sie, um alle Brandnester zu löschen. „Es stirbt ein Stück von uns“, sagt eine Erbringerin traurig, die – wie viele Bürger des 1000-Einwohner-Ortes – die Brandkastrophe verfolgt.

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