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Armuts-Zuwanderung: Saarbrücken will Probleme in Frankenstraße lösen

Die Saarbrücker Frankenstraße gilt als Problemfeld. Die Stadt will jetzt aktiv werden (Symbolfoto).

Die Saarbrücker Frankenstraße gilt als Problemfeld. Die Stadt will jetzt aktiv werden (Symbolfoto).

Dieter Conrad beschwört ein dunkles Kapitel der Saarbrücker Vergangenheit. Wenn in der Malstatter Frankenstraße nicht schnell etwas passiert, dann könne es so kommen wie damals in Burbach. Damals ist knapp zwei Jahre her. Im August 2012 starben im Dachgeschoss eines Hauses in Burbach bei einem Brand vier Kinder. Der Strom in der Wohnung war abgeschaltet, Brandursache war eine Kerze.

Eine ähnliche Situation beschreibt Conrad in der Frankenstraße. Er ist Verwalter eines der Häuser, in der Zuwanderer aus Rumänien leben – ohne Strom. Da werde mit Kerzen beleuchtet. Stromleitungen werden kurzgeschlossen, sagt Conrad. Die Brandgefahr sei hoch. Bis zu sieben Personen leben in ein bis zwei Zimmern, berichtet er. Die Stadtverwaltung müsse dringend handeln.

Die Stadtverwaltung hat bereits gehandelt und handelt weiter, versichert Bürgermeister Ralf Latz. Nachdem der Müll beseitigt wurde, den die Familien verursacht haben (die SZ berichtete), sei es inzwischen gelungen, fünf der Familien vorübergehend in städtischen Wohnungen, die von der Obdachlosenstelle verwaltet werden, unterzubringen. Für die beiden verbleibenden Familien werde bis Ende dieser Woche eine Lösung gefunden.

Es handle sich insgesamt um 80 Zuwanderer, 40 davon seien Kinder. Seit Ende Februar kümmere sich eine Arbeitsgruppe darum, den Familien aus ihrer schwierigen Lage herauszuhelfen. Der Gruppe gehören Mitarbeiter der Stadtverwaltung, aber auch des Regionalverbands- Jugendamts und der Polizei an. Auch die Feuerwehr habe die Gebäude in der Frankenstraße regelmäßig im Blick. Das Ganze sei ein „zäher Prozess“, sagt Latz.

Aber er habe den Eindruck, dass sich die Zuwanderer integrieren möchten. „Die haben auch den Willen zu arbeiten“, sagt der Bürgermeister. Zwei der Männer haben seines Wissens selbst einen Job gefunden. Mit den anderen sei man mit Hilfe des Jobcenters auf der Suche.

„Einige der Frauen bemühen sich gerade, bei einer privaten Reinigungsfirma einen Job zu finden“, weiß Latz. Mit Hilfe des Jobcenters versuche man auch, finanzielle Hilfe für die Familien zu bekommen, damit Strom und Miete bezahlt werden können. Dann gebe es noch ein „Problem mit Ratten“, das durch den Müll entstanden sei. Darum werde sich der städtische Entsorgungsbetrieb ZKE kümmern, versichert Latz.

Er sieht die Frankenstraße als einen Ort, an dem die Stadtverwaltung lernen kann – und zwar den Umgang mit Armuts-Zuwanderung. Die Frankenstraße sei „sicher nicht das letzte Problemfeld, das sich wegen Armutsmigration auftut“, sagt Latz

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