A620 Saarbrücken - Saarlouis AS Saarbrücken-Wilhelm-Heinrich-Brücke in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Motorsportveranstaltung bis 18.08.2017 06:00 Uhr (04:34)

A620

Priorität: Dringend

19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Armuts- und Reichtumsbericht: Armutsrisiko im Saarland ist gestiegen

Sozialministerin Monika Bachmann ( CDU ) hat am Freitag den ersten saarländischen Armuts- und Reichtumsbericht vorgestellt. „Damit haben wir zum ersten Mal valide Daten, auf deren Grundlage wir nun gemeinsam Handlungskonzepte und Strategien für unser Land entwickeln können, wie Armut in Zukunft verhindert werden kann“, erklärte Bachmann.

Wolfgang Edlinger, der Vorsitzende der Saarländischen Armutskonferenz, sieht den Bericht als Triebfeder für einen breiteren öffentlichen Diskurs. Es sei dringend notwendig der anhaltenden monetären Spaltung der Gesellschaft Einhalt zu gebieten. Daher müssten die bisherigen Konzepte zur Armutsbekämpfung überdacht werden.

Dem Bericht zufolge gelten diejenigen Personen als armutsgefährdet, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung des Saarlandes beträgt. Demzufolge lag die Armutsgefährdungsschwelle 2013 im Saarland für einen Einpersonenhaushalt bei 869 Euro netto. Die entsprechende Armutsrisikoquote lag im selben Jahr bei 15,9 Prozent. Damit lag das Saarland über dem bundesdeutschen Durchschnitt, der 2013 bei 15,5 Prozent lag. 2014 stieg die Armutsrisikoquote im Saarland auf 16,1 Prozent. Im Vergleich zu 2012 (14,6 Prozent) ist dies ein Anstieg von 1,5 Prozentpunkten. Nach Angaben des Sozialministeriums steigt vor allem das Risiko von Altersarmut . „Dies hängt insbesondere mit der geringer werdenden Bedeutung der Knappschaftsrenten und der vergleichsweise geringeren Berufstätigkeit der Frauen zusammen“, erläuterte Bachmann. Daher sei es erforderlich, in Zukunft einen Schwerpunkt auf vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Altersarmut speziell bei Frauen zu legen.

Um der langanhaltenden Armutsspirale entgegenzuwirken, forderte Oskar Lafontaine , Linken-Fraktionschef im Landtag, am Freitag „die Privatisierung der Rente“ zu beenden. Zudem müsse „das Absenken der gesetzlichen Rentenversicherung ein Ende haben“. Es sei nötig, den Mindestlohn auf ein Niveau zu erhöhen, das auch im Alter vor Armut schützt. Zu den von Armut gefährdeten Risikogruppen zählten 2014 Erwerbslose (58,6 Prozent), Alleinerziehende (39 Prozent), Deutsche mit Migrationshintergrund (28,9 Prozent), Ausländer (37,7 Prozent) sowie 18- bis 25-Jährige (21,8 Prozent).  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein