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Arnold wird Vize-Opernchef in Wuppertal - stoppt er Saar-Projekte?

Joachim Arnold

Joachim Arnold

Aus seiner vorbehaltlosen Verehrung für Toshiyuki Kamioka (53) machte Joachim Arnold (48) nie einen Hehl. „Künstlerische Unbestechlichkeit und Perfektion“, „kompromissloses Qualitätsstreben“, ein „Ausnahmedirigent, wie in Glas gegossen“ – die höchsten Töne waren nicht hoch genug, wenn der Chef von Musik & Theater Saar Joachim Arnold vom Noch-Generalmusikdirektor des Saarländischen Staatstheaters sprach.

Man wusste, dass sich die Berufswege der beiden seit den 90er Jahren mehrfach kreuzten. Unter anderem am Aaalto Theater in Essen, wo Kamioka erster Kapellmeister war und Arnold Repetitor. Damals dachte Arnold noch an eine Dirigenten-Laufbahn. Später holte ihn Kamioka dann nach Wiesbaden. Doch wie nahe sich die beiden wirklich stehen, weiß man seit gestern: Kamioka, der von 2014 an Opernintendant der Wuppertaler Bühnen wird, engagiert Arnold als rechte Hand.

Letzterer hat beruflich schwere Tage hinter sich. Zuerst die Auflösung seines Intendantenvertrages am Schloss Esterhazy (Österreich) sowie eine Beinahe-Insolvenz. Kamioka wiederum steht nach ersten Reform-Verkündigungen für sein Wuppertaler Haus unter Beschuss. Der nicht eben begnadete Kommunikator Kamioka kann den PR-erfahrenen Arnold bestens an seiner Seite gebrauchen. Und so hat der ab 1. August 2014 wieder, zusätzlich zu seinen unternehmerischen Verpflichtungen im Saarland, einen Zweit-Job und ein Pendlerleben. Er wird Stellvertreter Kamiokas, freilich nur im Opernhaus. Denn das Wuppertaler Sinfonieorchester, das Kamioka seit 2004 als künstlerischer Leiter führt, beschäftigt einen eigenen Orchestermanager. Auf sieben Jahre wurde Kamioka in Wuppertal verpflichtet. Arnold erhält einen zweijährigen Tarifvertrag Solo.

„Meine Arbeit im Saarland wird in keiner Weise beeinträchtigt werden“, sagte Arnold gestern auf SZ-Nachfrage, kurz bevor er sich in Wuppertal erstmals den Medien vorstellte. Die dürften ihm wohl kaum den roten Teppich ausgerollt haben. Denn dem „Weggefährten“ aus dem Saarland geht der Ruf eines Bühnen-Modernisierers voraus. Konzepte für einen kostengünstigeren und personell flexibleren Theaterbetrieb bringt er nicht nur aus seinem Kulturmanagement-Studium in Zürich mit, sondern setzt er auch im Merziger Zeltpalast um. „Kamioka möchte das Theater nicht neu erfinden, er strebt nur zeitgemäßere Strukturen an“, sagt Arnold.

Kamioka hatte zunächst angekündigt, ohne festes Ensemble spielen zu wollen. Die Verträge aller 30 Mitarbeiter wurden gekündigt. Zwischenzeitlich ruderte Kamioka zwar zurück, doch Arnold wird ihm beim Casten, Managen und Organisieren sicher hilfreich sein. Dabei steht Arnolds „hundertprozentige Loyalität“ außer Frage, das spürt jeder, der ihn über seinen „Freund und Lehrer“ Kamioka erzählen hört. Er, Arnold, habe Kamioka „viele gute Zeitspannen“ zu verdanken, sagt er. Hauptsächlich deshalb habe er Kamiokas Jobangebot angenommen. Kein Traumjob? „Das sind nicht die Berliner Philharmoniker“, antwortet Arnold in der ihm eigenen schlagfertigen, selbstironischen Art: „Der Stellvertreter eines Mannes wie Kamioka zu sein, kommt direkt hinterm Portier“.
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