A6 Kaiserslautern - Metz/Saarbrücken Zwischen Tankstelle mit Kiosk Homburg Saar und AS Homburg in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (Rehe) (09:25)

A6

Priorität: Sehr dringend

15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

„Arschloch-Magneten“ im Nauwieser Viertel: Brück verteidigt seinen „derben Begriff“

Wenn er von »Arschloch-Magnet« rede, dann meine er die »Yuppisierung« von Stadtvierteln, in denen die Gefahr besteht, dass Bewohner verdrängt werden, sagt der Grüne Thomas Brück.

Wenn er von »Arschloch-Magnet« rede, dann meine er die »Yuppisierung« von Stadtvierteln, in denen die Gefahr besteht, dass Bewohner verdrängt werden, sagt der Grüne Thomas Brück.

Saarbrücken. „Arschloch-Magnet“ – das Wort ist in der Welt, jetzt versucht es der Mann, der es bei einer Veranstaltung seiner Partei ausgesprochen hat, zu erklären. Thomas Brück, der Vorsitzende der Grünenfraktion im Saarbrücker Stadtrat, hatte zur Entwicklung des Nauwieser Viertels gesagt: „Wir wollen keinen weiteren Arschloch-Magneten.“

Dass er nun von CDU und Jungen Liberalen aufgefordert wird, zurückzutreten, sich aber zumindest zu entschuldigen, kann Brück nicht verstehen. Statt einer Entschuldigung bei allen, die er mit seinem, wie er sagt, „zugegebenermaßen etwas derben Begriff“, beleidigt haben könnte, gab es gestern eine Belehrung.

Nachdem das Viertel mit öffentlichen Zuschüssen nun saniert sei, bestehe die Gefahr, dass Mieten steigen. Für die Grünen gelte aber: „Einkommensschwächere Gruppen dürfen nicht verdrängt werden.“ Es sei ein „cooles Stadtviertel mit kleinen Läden, Kneipen, Cafés und lebendiger Kulturszene“ entstanden, das gelte es zu erhalten, sagt Thomas Brück.
 
Politiker versucht, Begriff zu entschärfen

Die von ihm als „Arschloch-Magnet“ bezeichnete Entwicklung heiße „im wissenschaftlichen Jargon“ Gentrifizierung oder auch „Yuppisierung“. „Augenscheinlich sind diese städtebaulichen Fachbegriffe und Prozesse weder den Jungen Liberalen noch der CDU-Stadtratsfraktion bekannt“, sagt der Grünen-Chef. Anders sei es nicht zu erklären, dass seine Äußerungen „so gründlich missverstanden wurden“. Er werde denen, „die sich jetzt so furchtbar aufregen“, gerne helfen „sich erst einmal fachlich kundig zu machen“.

Er kann dabei in seiner eigenen Partei anfangen. Die Vorsitzenden des Grünen-Kreisverbands, Tina Schöpfer und Manfred Jost, forderten Brück gestern auf, „sich für seine Beleidigungen von Menschen im Nauwieser Viertel zu entschuldigen“. Sie distanzieren sich „ausdrücklich von Brücks Äußerungen“.



Meinung: Brück hat jetzt die A...-Karte


Man kann Menschen, die einen anderen Lebensstil pflegen, für Arschlöcher halten. Man kann das denen auch sagen – wenn man die Konsequenzen nicht scheut. Was man nicht kann: Erst Leute beschimpfen und ihnen dann erklären, sie seien zu doof, das zu verstehen. „Arschloch-Magnet“ ist kein soziologischer Begriff, wie Thomas Brück behauptet. Menschen, die sich ernsthaft mit dem Problem der Gentrifizierung auseinandersetzen, brauchen ihn nämlich nicht.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein