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Artenschutzprojekt schafft eine Art Wüste in der ehemaligen Sandgrube

Nachrichten aus der Region Saarlouis.

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Diefflen. Ein außergewöhnliches Artenschutzprojekt wurde am Mittwochmorgen in der Nähe des Segelflugplatzes in Diefflen der Öffentlichkeit vorgestellt. Außergewöhnlich dabei zum einen sicherlich die Vorgehensweise, bei der künstlich eine Art von Wüstenbiotop geschaffen wird. Aber auch die Kooperationspartner, die Kiesund Sandwerke Rupp auf der einen und der Nabu Saarland auf der anderen Seite treffen sonst wohl eher selten zusammen, wenn es um das Thema Artenschutz geht. Im Falle der ehemaligen Sandgrube Diefflen ergibt sich aus der Umstrukturierung der „Altlast“, wie Stefan Welsch, Geschäftsführer der Firma Rupp das ehemalige Gelände nennt, zugleich eine neue Heimat für zahlreiche Arten. Artenvielfalt erhalten Im Jahre 1971 erhielt die Firma Rupp die Genehmigung zum Abbau, die 80er Jahre waren die Hauptabbauzeit in dieser Sandgrube.

Aber nicht das Zuwuchern durch Sträucher hat den Arten in Diefflen eine neue Heimat gegeben. „Ganz im Gegenteil. Es war die Tatsache, dass die Grube nicht, wie sonst üblich, verfüllt wurde, sondern mit ihrem Sandboden und der exponierten Sonnenlage geradezu ideal für eine Vielzahl von Amphibien und Reptilien war“, erläuterte Ulrich Heintz, Landesvorsitzender des Nabu.

Durch den immer stärkeren Bewuchs der Sandgrube und der damit verbundenen Beschattung wurde das Leben für die neuen Arten zunehmend schwieriger. „Manchmal basiert unsere Artenvielfalt eben nicht auf dem Sich-Selbst-Überlassen, sondern auf dem Eingreifen in die Natur. So kann man Tieren, die sich in den veränderten Bedingungen eingefunden haben, weiterhin eine Heimat geben“, sagte Heintz.

Fläche wird geschützt Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die momentanen Baggerarbeiten vom dänischen Amphibien- und Reptilienexperten Lars Briggs betreut werden. Geschaffen werden auf dem etwa zehn Hektar großen Gelände optimale Bedingungen, Sommer- und Winterquartiere sowie Laichgewässer. Die sollen zukünftig Kreuzkröten, Zauneidechsen, Schlingnattern und Kammmolchen eine Heimat bieten.

Aber nicht umfangreich am Reißbrett, sondern unmittelbar vor Ort, ganz pragmatisch, werden die Arbeiten vom Experten begleitet. Das faszinierte Stefan Welsch ganz besonders. Begeistert von dem Projekt, das im August einen zweiten Bauabschnitt erfahren wird, ist Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg. „Wir begrüßen diese Maßnahme nachdrücklich. Um die Fläche weiterhin zu schützen, werden wir einen Flächennutzungsplan entwerfen und das notwendige Verfahren einleiten“, sagte er.

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