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Arzt wegen sexueller Nötigung verurteilt

Saarbrücken. „Ich bin zu weit gegangen. Das tut mir leid. Aber ich bin kein Mensch, der Gewalt anwendet. Ich verabscheue Gewalt.“ Diese Schlussworte eines Angeklagten vor dem Landgericht zeigten gestern, wie schmal die Grenzlinie zwischen männlicher Aufdringlichkeit und sexueller Nötigung sein kann. Der angeklagte Mediziner (57) musste sich in zweiter Instanz verantworten, weil er die Arzthelferin eines Kollegen massiv bedrängt hatte. Das Amtsgericht Saarlouis hatte ihn deshalb wegen sexueller Nötigung zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Das Landgericht bestätigte dieses Urteil. Zuvor hatten Richter und Schöffen drei Sitzungstage lang um die Wahrheit im Fall des Arztes und der Arzthelferin gerungen.

Die beiden hatten zur Tatzeit beruflich miteinander zu tun. Der Angeklagte, dem jetzt der Verlust seiner ärztlichen Approbation droht, praktizierte ehemals im selben Gebäude, in dem auch die Praxis seines Kollegen liegt. Beide Mediziner arbeiteten bei Operationen zusammen. Vor diesem Hintergrund kam der Angeklagte eines Abends gegen 20 Uhr in die Praxis des Kollegen. Der war aber nicht da, sondern zu einem Notfall gerufen worden. Die Arzthelferin hütete derweil die Praxis, in der die Putzhilfe sauber machte. Der Angeklagte nutzte diese Situation offenbar aus. Er machte der jungen Frau an der Praxistheke Komplimente, wurde immer aufdringlicher, zog am T-Shirt und schaute ihr in den Ausschnitt. Der 25-Jährigen war dies unangenehm, aber sie wusste wohl nicht, wie sie sich helfen konnte. Zu dem, was dann geschah, gibt es zwei Versionen.



Klar scheint, dass der Mann in das Büro seines abwesenden Arzt-Kollegen ging. Dessen Arzthelferin ging nach eigener Aussage hinterher, weil der Mann dort, im Büro ihres Chefs, nichts zu suchen hatte. Dann, so die Frau, habe er die Tür geschlossen, sie gepackt, festgehalten und unter der Kleidung am Ober - und Unterkörper zugegriffen. Sie habe zunächst geschockt und starr reagiert. Dann habe sie ihn weggestoßen. Er habe aufgehört und sei gegangen. Die 25-Jährige rief die Frau ihres Chefs an, informierte sie über den Vorfall und ging zur Polizei. Der Mediziner gab im Anschluss zwar die sexuellen Berührungen zu, betonte aber, dass er keine Gewalt angewandt habe. Dazu sein Verteidiger: „Der Angeklagte ist zu weit gegangen – daran gibt es keinen Zweifel.“ Aber er habe sein Gegenüber zu nichts gezwungen und sich nicht strafbar gemacht. Die Richter sahen dies anders.
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