L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Atomenergie: Müller will schnellen Ausstieg

Saarbrücken. Für den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) kann es nicht rasch genug gehen mit dem deutschen Ausstieg aus der Atomenergie. Die Brücke ins solare Zeitalter „muss schneller gebaut werden als bisher geplant“. Das bekräftigte er gestern erneut in einer Regierungserklärung vor dem Saar-Landtag. Die sieben Atomkraftwerke, die jetzt vom Netz genommen worden seien, „dürfen nicht wieder angeschaltet werden“. Die verbleibenden Atommeiler „müssen maximalen Sicherheitsanforderungen genügen“, forderte Müller.



Nicht ein Problem durch ein anderes ersetzen

Dennoch sei es wichtig, „dass wir weiterhin eine nachhaltige, verlässliche und kostengünstige Energieversorgung sicherstellen“, so der Ministerpräsident weiter. „Wir müssen als Industrienation den Nachweis schaffen, dass wir das darstellen können.“ Er sprach sich allerdings auch dagegen aus, die Stromlücke, die beim Ausstieg aus der Atomenergie entsteht, durch den Ausbau von Kohle- oder Gaskraftwerken zu füllen. „Wir dürfen kein Problem dadurch lösen, dass wir ein anderes verschärfen – nämlich den Klimawandel.“ Die Lücke müsse durch einen effizienteren Energie-Einsatz und den Ausbau regenerativer Energieformen geschlossen werden. Hier müsse auch die gesellschaftliche Akzeptanz einfordert werden. „Man kann nicht für Wind- und Sonnenstrom sein und gleichzeitig Projekte vor Ort ablehnen“.

Meiser: "Im Saarland Kraftwerksleistung von 2900 Megawatt beibehalten"

Müller setzt außerdem darauf, dass „die saarländischen Kohlekraftwerke eine Zukunft haben“. Man müsse sie allerdings effizienter und umweltverträglicher machen. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Meiser, sprach sich dafür aus, „dass wir im Saarland unsere Kraftwerksleistung von 2900 Megawatt beibehalten“. Beim Bau neuer und dem Ersatz alter Anlagen müsse auch Kohle als Energieträger infrage kommen. Der Chef der Grünen-Fraktion, Hubert Ulrich, setzt beim Neubau von Saar-Kraftwerken nur auf den Einsatz von Gas. Ähnlich äußerte sich Umweltministerin Simone Peter (Grüne).

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Heiko Maas, warf der schwarz-gelben Bundesregierung und dem Ministerpräsidenten eine „schamlose Kehrtwende in der Atompolitik vor“. Kurz vor der Landtagswahl habe Müller sich noch für eine Laufzeit-Verlängerung der deutschen Kernkraftwerke ausgesprochen. Angesichts der heraufziehenden Jamaika-Koalition habe er „zwecks Machterhalt die Position gewechselt“.

Lafontaine: Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken und Atomwaffen

Für den Vorsitzenden der Linksfraktion im Saar-Landtag, Oskar Lafontaine, gibt es einen Zusammenhang zwischen Atomkraftwerken und Atomwaffen. Nur wenn es weltweit eine Abkehr von der Atomenergie gebe, könne man das Problem der nuklearen Waffenvernichtungs-Mittel lösen. Der energiepolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Karl-Josef Jochem, sieht großes Potenzial im Saarland beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Alle Fraktionen im Saar-Landtag waren sich einig, dass der atomare Kraftwerkspark im französischen Cattenom stillgelegt werden müsse.
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