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Atommüll-Lager Bure (Lothringen): Nach Protesten will Kommission runden Tisch

Aus Angst vor erneuten Protesten gegen das geplante Atommüllendlager im lothringischen Bure haben die Veranstalter zwei weitere öffentliche Anhörungen abgesagt (die SZ berichtete). Die Gegner kritisieren die Debatte als Scheindebatte, bei der sich die betroffene Bevölkerung nicht ausreichend einbringen könne. Wie die französische Tageszeitung „Le Républicain Lorrain“ berichtet, möchte die für die Organisation der gesetzlich vorgeschriebenen Debatten zuständige Kommission CNDP einen runden Tisch mit Vertretern der beiden betroffenen Departements Meuse und Haute-Marne einberufen.

Dieser könne bereits nächste Woche stattfinden, sagte Claude Bernet, die der Kommission vorsteht. Darüber hinaus werde die Debatte im Internet, in den sozialen Netzwerken und per Post weitergeführt. Die Kommission wolle zudem über andere Wege der Bürgerbeteiligung nachdenken.

Nach den Protesten hatte auch die französische Umweltministerin Delphine Batum Mäßigung gebeten.
„Wir warten seit 20 Jahren darauf, dass sich alle an einen runden Tisch setzen. Für mich ist das ein Fortschritt“, sagte Michel Marie, Sprecher von Cedra, einer Organisation gegen das Endlager dem „Républicain Lorrain“. Die öffentlichen Anhörungen reichen nicht aus, sagt hingegen Jean-Marc Fleury, Präsident der Abgeordneten-Vereinigung der beiden Departements gegen das Projekt: „Wir fordern ein Referendum.“

Kommenden Mittwoch will sich der Interregionale Parlamentarierrat, dem auch saarländische Landtagsabgeordnete angehören, ein Bild im rund 200 Kilometer Bure machen. Dass die Gegner die Anhörungen als Farce wahrnehmen, überrascht die Grünen-Abgeordnete Simone Peter nicht: „Kein Wunder, wenn am Standort Bure Fakten geschaffen werden.“ CDU-Generalsekretär Roland Theis bedauerte die Absage der Anhörungen. Dort hätte das Saarland Gelegenheit, seine Sichtweise einzubringen.

Nach Planungen will die Gesellschaft für Atommüll 2015 einen Genehmigungsantrag für den Bau eines Lagers in Bure stellen. Der Bau soll 2018 beginnen, von 2025 an soll dort Atommüll eingelagert werden. ukl
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