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Attac Saar übt scharfe Kritik an Hörfunk-Comedy-Serie „Next Exit Grexit“ – SR weist Vorwürfe zurück

. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac Saar hat jetzt die angeblich „ausländerfeindliche Grundtendenz“ der Hörfunk-Comedy-Serie „Next Exit Grexit“ kritisiert, vom 1. bis 13. Juli auf SR 1, 1LIVE und RTL lief. Thomas Schulz, Attac-Regionalsprecher und Saar-DGB-Sprecher, sagte: „Next Exit Grexit ist so etwas wie die Wiederkehr des Judenwitzes – auf Griechen angewandt. Die rassistische Stereotypen bedienende und wenig lustige Comedy-Reihe besteht aus etwa 60 Sekunden langen Szenen, deren Aufbau immer gleich ist.“

In den kurzen Spott-Beiträgen telefonierten Comedians als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) und Griechenlands Premier Alexis Tsipras (Syriza) miteinander. Schulz kritisierte diese Dialoge so: „Die ganze Serie beruht darauf, dass der unehrliche Ausländer von dem ehrlichen Deutschen irgendwie unter Kontrolle gebracht werden muss. Das ist verabscheuungswürdig. Das Strickmuster dieser Reihe ist immer gleich: Der ernsthafte, zielstrebige, gut vorbereitete und glaubwürdige Finanzminister aus Deutschland telefoniert mit dem chaotischen, dummen, dreisten und allgemein verantwortungslosen Regierungschef Griechenlands Alexis Tsipras , zu erkennen am ‚lustigen' griechischen Akzent.“ Dabei sei ein furchtbares Füllhorn an ausländerfeindlichen Klischees ausgeschüttet worden, so Schulz.

Dazu zähle, dass der Ausländer nicht gut Deutsch verstehe, was in sich ein Witz sei, wenn man wisse, wie schlecht das Deutsch von Schäuble sei, betonte Schulz. Dieser Ausländer sei aber trotz seiner Dummheit dreist genug, um unverschämte Forderungen zu stellen. Dem Ausländer könne man nicht vertrauen, deswegen müsse der Deutsche ihn ständig kontrollieren. „Das klingt sehr wie früher im Arbeitslager“, sagte Schulz. Die Rolle der Troika, insbesondere des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank sowie die Tatsache, dass nicht Griechenland, sondern maßgeblich auch deutsche Banken mit Milliardensummen „gerettet“ wurden, werde überhaupt nicht reflektiert, so der Gewerkschafter. Griechische Politiker würden von SR 1 als dumme Ausländer diffamiert: „So wird der neue Finanzminister von Tsipras auf Nachfrage Schäubles als Intellektueller beschrieben, der einen hässlichen Fahrradhelm und verschiedenfarbige Textmarker besitze.“

Die „ Comedy “-Serie sei nichts weiter als die Wiederkehr des Judenwitzes – auf Griechen angewandt. Im Grunde lasse sich so jeder Witz über geldgierig-geizige Juden auf Griechenland übertragen, was die Serie auch schamlos tue. Sätze des Deutschen wie „Drücken wollt Ihr Euch vor den Schulden, aber ziehen tut Ihr damit die Arschkarte“, würden der Komplexität der Problematik nicht gerecht und seien unwürdig für einen öffentlich-rechtlichen Sender.

Attac Saar forderte die sofortige Absetzung der Serie. „Es ist beschämend, dass sich ausgerechnet der Saarländische Rundfunk mit seiner großen deutsch-französischen Tradition einer derartigen Pegida-Comedy bedient“, sagte Schulz.

SR-Sprecher Peter Meyer antwortete ebenso entschieden auf die Schulz-Kritik. „Wir weisen die Vorwürfe aufs Entschiedenste zurück und verbitten uns die unterstellten Vergleiche. Hätten die Attac Saar-Leute recherchiert, dann wüssten sie, dass die Comedy seit der Abwendung des Grexits nicht mehr im Programm läuft. Konkret wurde die letzte Folge am 13. Juli ausgestrahlt“, sagte Meyer der SZ auf Anfrage.

Selbstverständlich sei es nicht die Zielsetzung des SR gewesen, Griechenland oder das griechische Volk zu verunglimpfen, betonte Meyer. „Es ging in Next Exit Grexit vielmehr darum, die sehr scharfe politische Auseinandersetzung zwischen der deutschen und der griechischen Regierung mit den Mitteln der Satire aufzugreifen und das Vorgehen beider Seiten im aktuellen Konflikt um einen möglichen Grexit humoristisch zu entlarven“, sagte Meyer. Die Satire dürfe auch hier stark überzeichnen, das sei ihr Wesen.
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