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Auch 2009 keine landesweite Eltern- Vertretung

Auch in diesem Jahr wird es keine Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) geben. Der Grund: Der Elternchef der Erweiterten Realschulen, Ralf Kutkowski, weigert sich, in dem Gremium mitzuarbeiten.

Saarbrücken. Die Wahl einer Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) im Saarland ist geplatzt. Der Vorsitzende der Landeselternvertretung (LEV) der Erweiterten Realschulen, Ralf Kutkowski (Foto: SZ), kündigte in einem Gespräch mit unserer Zeitung an, sich in diesem Jahr nicht an der Wahl eines GLEV-Chefs zu beteiligen. Damit kann derzeit keine GLEV gebildet werden. Denn dieses Gremium ist nach dem Schulmitbestimmungsgesetz ein Zusammenschluss der LEVs aller sieben Schulformen. Ihr Zustandekommen hängt laut Kultusministerium von der Mitwirkung sämtlicher sieben LEV-Chefs ab.

Zwischen den LEV-Chefs hatte es in der Vergangenheit etliche Unstimmigkeiten gegeben. So war Ende 2007 der damalige Chef der LEV Grundschulen, Jörg Dammann, als GLEV-Chef zurückgetreten, nachdem es Kritik an seiner Pressearbeit gegeben hatte und ihm vier von sieben LEVs das Vertrauen entzogen hatten. Am 11. Februar 2008 wurde der Dammann-Widersacher und Chef der LEV Gymnasien, Joachim Klesen (Foto: SZ), zum GLEV-Chef gewählt. Drei Wochen später traten Dammann und die Chefin der LEV Gesamtschulen, Katja Krächan, aus der GLEV aus, was zu deren Auflösung führte.

Jetzt ist es ausgerechnet der Dammann-Gegner Kutkowski, der die Bildung der GLEV platzen lässt. Kutkowski sagte der SZ, er sehe "keinen Bedarf für eine GLEV". "Viele Akteure" unter den LEV-Chefs seien dieselben wie im Vorjahr. Ihm sei "die Zeit für die ehrenamtliche Arbeit zu schade", um sie in einem solchen Gremium zu verbringen. 

Der Chef der LEV Gymnasien, Joachim Klesen, der Ende 2007 noch gemeinsam mit Kutkowski und anderen Dammanns Sturz herbeigeführt hatte, kritisierte indirekt Kutkowskis Schritt. Klesen sagte der SZ, es gebe eine "Regelungslücke" im Gesetz. Diese könne "von Einzelnen" in einer Art und Weise "instrumentalisiert werden, die nicht im Sinne der Elternvertretungen ist". Daher sei er dafür, das Gesetz so zu ändern, dass eine GLEV künftig in jedem Fall zustande kommt - auch wenn eine LEV sich nicht daran beteiligt.

Die Chefin der LEV Gesamtschulen, Katja Krächan, wies darauf hin, dass ein Betrag von 5000 Euro, den die GLEV jährlich für ihre Arbeit vom Ministerium erhalte, nun auf die LEVs aufgeteilt werden müsse. Manche kleinere LEV könne die Mittel aber nicht abrufen, weil sie keinen Kassierer finde. Denn dieses Amt übe niemand gerne aus - aus Furcht vor einer Strafanzeige wegen Unregelmäßigkeiten. Zudem befürchte sie, dass der von der GLEV organisierte saarländische Elterntag dieses Jahr nicht zustande kommt.

Meinung

Ein Stück aus dem Tollhaus

Von SZ-Redakteur Norbert Freund

Was sich unter saarländischen Elternvertretern seit Jahren an internen Grabenkämpfen abspielt, ist ein einziges Trauerspiel. Dass dies jetzt in der Unfähigkeit gipfelt, eine landesweite Elternvertretung zu wählen, macht das ganze vollends zu einem Stück aus dem Tollhaus. Um solche Possen künftig zu vermeiden, muss der Gesetzgeber handeln. Es ist ein Unding, dass ein einzelner LEV-Chef die ganze GLEV lahm legen kann. Die Eltern müssen mit einer Stimme sprechen, damit sie gehört werden. Daher sollte eine GLEV in Zukunft auch dann gebildet werden, wenn sich einzelne LEVs nicht an deren Arbeit beteiligen.

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