A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
1°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Auch Neunkirchen will weniger Spielhallen

Neunkirchen. Früher wurden sie halb scherzhaft als „Groschengräber“ bezeichnet, mittlerweile sind sie längst zu „Euro- Friedhöfen“ geworden: Geldspiel-Geräte verschlingen Münzen und Scheine wie einst Skylla und Charybdis die unvorsichtigen Seefahrer im Mittelmeer. Die „Daddel-Automaten“ mit ihrem immer komplizierteren Innenleben und ihrem immer höheren Risiko-Potenzial sind vorwiegend auf „Spiel-Junkies“ gemünzt, einer wichtigen Klientel der Spielhallen. Letztere produzieren Süchtige, die schlimmstenfalls in der Fachklinik Münchwies landen. Und machen ihr städtisches Umfeld unattraktiv. Der so genannte Trading-Down-Effekt bewirkt, dass attraktiver Einzelhandel im Umfeld von Spielhallen wegbleibt oder sich zurückzieht. Auch verderben die Spielhallen-Betreiber die Mietpreise.

18 Spielhallen mit rund 200 Spielgeräten

Grund genug für die Stadt Neunkirchen, ein umfassendes Konzept gegen die Ausbreitung von Spielhallen vorzulegen, das an diesem Mittwoch in der letzten Stadtratssitzung des Jahres (16.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Oberer Markt 16) Thema ist. 18 Spielhallen mit rund 200 Spielgeräten hat die Stadt vor einigen Wochen registriert – mit steigender Tendenz, zumindest, was die Zahl der Anträge betrifft. „Wir beobachten seit geraumer Zeit, dass die Anzahl der Spielhallen zunimmt, und sind ebenso seit geraumer Zeit dabei, dies einzudämmen“, analysiert Oberbürgermeister Jürgen Fried. Seit 1987 bemüht sich Neunkirchen, der Entwicklung gegenzusteuern. Nun sollen in einer konzertierten Aktion alle Möglichkeiten des Planungs-, Bauordnungs- und Gewerberechts genutzt werden. Etwa durch striktes Pochen auf Einhaltung der baurechtlichen Vorschriften und scharfe gewerbliche Kontrollen.

Kompletter Ausschluss von Vergnügungsstätten nicht möglich

Da ein stadtweit kompletter Ausschluss von Vergnügungsstätten rechtlich nicht möglich ist, hat man auch in der Vergangenheit schon per Bauplanungsrecht gesteuert. So wurde in der Innenstadt die Ansiedlung von Vergnügungsstätten entlang der Hauptachse Zweibrücker Straße, Markstraße, Hüttenbergstraße, Stummstraße, Fußgängerzone sowie im Bereich der City Nord und Westspange verboten. „Empfindliche Bereiche“ werden nun auch in Wellesweiler (entlang der Hauptachse Bürgermeister- Regitz-Straße, Homburger Straße), in Wiebelskirchen (entlang der Hauptachse Kuchenbergstraße, Wibilostraße, Ottweiler Straße) und in Furpach (entlang der Ludwigsthaler Straße) ausgewiesen.

HINTERGRUND

Dem Stadtrat liegt am Mittwoch auch eine Resolution zum Thema Spielhallen vor. Darin wird an die Landesregierung appelliert, das gewerbliche Glücksspiel durch einen Staatsvertrag zu regulieren. Im Vordergrund müssten Suchtbekämpfung und Eindämmung des Glücksspiels stehen. Bei den Spielautomaten müsse der Unterhaltungscharakter in den Vordergrund gestellt werden, nicht die Gewinnchancen.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein