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Auch Saar-Konjunktur leidet an Euro-Krise

Saarbrücken. Die weltweite Wirtschaftskrise spiegelt sich jetzt auch in der Saarkonjunktur wider. „Aufgrund des hohen Industrieanteils und der starken Exportorientierung schlägt die Rezession im Süden Europas hierzulande relativ stark auf die Gesamtentwicklung durch“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch. „Wir nehmen deshalb unsere Prognose für das Saarwachstum in diesem Jahr um einen halben Prozentpunkt zurück: von bisher 1 bis 1,5 Prozent auf jetzt 0,5 bis 1 Prozent.“

Auch die Unternehmen blicken jetzt kritischer in die Zukunft. Sie beurteilten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die künftige Entwicklung erneut schlechter als im Vormonat. Der IHK-Lageindikator ist im August zum zweiten Mal hintereinander deutlich gesunken – um 4,3 auf 27,8 Punkte. Er liegt aber immer noch um zehn Punkte über seinem langfristigen Durchschnittswert und damit auf einem relativ hohen Niveau.

Der IHK-Erwartungsindikator ist um 4,8 Punkte auf 0,6 Zähler gefallen. Das war der vierte Rückgang in Folge. „Der Saarwirtschaft geht es im Ganzen gesehen zwar noch gut. Sie wächst derzeit aber kaum noch“, sagt Giersch. Die IHK befragt für ihre Konjunkturumfrage 300 Unternehmen mit rund 120 000 Beschäftigten.

Insgesamt bewerten derzeit 41 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 45 Prozent mit befriedigend und nur 14 Prozent mit schlecht. Für die einzelnen Branchen ergibt sich jedoch ein uneinheitliches Bild: Während die Unternehmen aus Handel und Dienstleistungssektor ihre Lage gegenüber dem Vormonat im August kaum verändert sehen, hat sich die Geschäftslage in der Saarindustrie im Verlauf des Sommers spürbar eingetrübt: Aktuell beurteilen nur noch 29 Prozent der Industriebetriebe ihre Lage mit gut, 49 Prozent mit befriedigend und bereits 22 Prozent mit schlecht. Innerhalb der Industrie berichten insbesondere die Medizin-, Mess- und Regeltechnik sowie mit Abstrichen der Stahlbau über weiterhin gute Geschäfte.

Im Fahrzeugbau hinterlässt die Rezession in Südeuropa bereits sichtbare Bremsspuren. Der Stahlindustrie machen die ungeklärten Perspektiven der Energiewende zu schaffen. Hinzu kommt, dass wegen der stockenden Binnenkonjunktur in China zusätzliche Stahlmengen auf dem Weltmarkt die Preise drücken. Überwiegend befriedigend ist die Lage im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie und bei den Herstellern von Metallwaren. In der Bauwirtschaft bleibt die Lage weiterhin gespalten. Während der Gewerbe- und Wohnungsbau relativ gut läuft, stockt der öffentliche Bau. Gute Geschäfte melden dagegen die IT-Branche und das Verkehrsgewerbe. Im Hotel- und Gaststättenbereich hat sich Lage etwas aufgehellt.

Insgesamt rechnen 14 Prozent der befragten Unternehmen mit besseren, 72 Prozent mit gleich bleibenden und 14 Prozent mit schlechteren Geschäften. „Etwa gleich viele Besser- und Schlechtermeldungen – das deutet auf eine Wachstumspause in den Herbst- und Wintermonaten hin“, so Giersch. In der Industrie allerdings sei eine Abschwächung zu erwarten. red

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