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Auch aus Merzig und dem Bliesgau kommt guter saarländischer Wein

Der Traubenbehang ist dieses Jahr gut.

Der Traubenbehang ist dieses Jahr gut.

Hiesige Profi- Winzer bauen ihren Wein entlang des saarländischen Moseltals zwischen Perl und Nennig an. Das ist bekannt. Doch viele wissen nicht, dass auch in Gersheim, Merzig, Kleinblittersdorf und Mandelbachtal Rebstöcke auf kleineren Flächen wachsen und gedeihen. In Merzig und Gersheim wurde schon vor über einhundert Jahren Wein angebaut. Doch die verheerenden Auswirkungen einer Reblausplage führten nach Angaben der Landwirtschaftskammer des Saarlandes Anfang des 20. Jahrhunderts zum Niedergang des hiesigen Weinanbaus. Erst dank der Einführung der veredelten Rebpflanzen, der sogenannten Pfropfreben, bekamen die Winzer die Schädlingsplage in den Griff.

Auf dem Kreuzberg in Merzig lässt man seit einigen Jahren den Weinanbau wieder aufleben. Vor sieben Jahren begann der Verein Wein- und Kulturfreunde Merzig, den Kreuzberg mit Weinreben zu bepflanzen. Erstmals 2008 erntete dort die Vereinigung der Freizeitwinzer den Jungfernertrag der Weißwein- Rebsorte Auxerrois. Die Traube sei sehr fruchtig, klein, aber nicht besonders ertragreich, sagt Vereinschef Manfred Klein. „Der Traubenbehang ist in diesem Jahr sehr gut“, berichtet Klein. Die Traubenlese startet in diesen Tagen. Wenig aber guter Wein Im vergangenen Jahr sei bedingt durch die Witterung ein „sehr schwieriges Weinbaujahr“ gewesen, räumt Klein ein. Unterm Strich habe der 2012er- Jahrgang zwar keinen guten Ertrag eingebracht, aber er habe durchaus eine „gute Qualität“.

2012 lag die Weinmenge bei 430 Liter. Ein geringer Teil des abgefüllten Auxerrois vom Kreuzberg werde von den Wein- und Kulturfreunden bei öffentlichen Weinfesten und in der Merziger Tourist-Info verkauft. „In diesem Jahr geht das leider nicht wegen des geringen Ertrags aus dem Vorjahr“, erklärt Klein. Der größere Teil des edlen Tropfens gehe an die Vereinsmitglieder und an lokale Gastronomiebetriebe. Zudem trinke man ihn bei vereinseigenen Festen.

Ähnlich wie die Freizeitwinzer aus Merzig will der Verein Weinbaufreunde im Bliesgau den Weinanbau in der Region, genauer im Gersheimer Ortsteil Reinheim, wiederbeleben.

Nachdem dort jahrhundertelang Weinanbau betrieben worden war, musste auch dieser in Folge der Reblaus-Schäden für sehr lange Zeit nahezu eingestellt werden. Die Bliesgauer Weinbaufreunde pachteten 2001 drei mit verschiedenen Rebsorten bepflanzte Weinberge vom kommunalen Zweckverband Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe. „Alle anfallenden Arbeiten rund um den Wein und dessen Vermarktung leisten unsere Mitglieder auf ehrenamtlicher Basis“, erklärt Vereinschef Alexander Nagel.

Ohne chemischen Dünger Auf den rekonstruierten Weinbergsterrassen baue man Saarländischen Landwein nach ökologischen Richtlinien an. „Wir verzichten hierbei komplett auf chemischen Dünger und synthetische Spritzmittel“, ergänzt Nagel. Bei dem Landwein handelt es sich um die Sorten Regent, Dornfelder, Phönix und Trullo. Hinter Trullo verbirgt sich ein Verschnitt aus den Sorten Weißburgunder, Grauburgunder und einheimischem Elbing. Die Erträge würden indes witterungsbedingt stark schwanken, berichtet Nagel. In diesem Jahr werde die Weinlese mindestens 1000 Liter Most ergeben, sagt der Freizeit-Winzer voraus.

Weinflaschen, die nicht an die aktiven Mitglieder verteilt werden, kämen in den öffentlichen Verkauf. Auch für den 2013er-Jahrgang werde dies wohl der Fall sein, vermutet Nagel. Bislang koste eine 0,75- Liter-Flasche Weißwein fünf Euro, eine Rotwein-Flasche sieben Euro. Im Mai 2014 soll der Landwein von den Weinbaufreunden dann abgefüllt und vermarktet werden.

Saarländischer Landwein unterscheidet sich laut saarländischer Landwirtschaftskammer vom Qualitätswein in puncto Mindestmostgewicht und Anreicherung mit Zucker. Um aus Trauben Landwein herzustellen, müssen sie einen natürlichen Zuckergehalt von mindestens 47 Grad Oechsle am Rebstock erreichen. Zum Vergleich: Der Oechsle- Grad der Qualitätswein-Trauben muss etwa zwischen 55 und 58 für Riesling und Müller-Thurgau liegen. Landwein darf höchstens zwölf Prozent Alkohol und Qualitätswein maximal 15 Prozent Alkohol erreichen. bera

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