A8 Saarlouis Richtung Neunkirchen Zwischen AS Heusweiler und Kreuz Saarbrücken Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn, Gefahr durch defektes Fahrzeug totes Tier auf der Überholspur (21.11.2017, 23:34)

A8

Priorität: Sehr dringend

9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Auch ein Saarländer an Schweinegrippe erkrankt

Saarbrücken/Berlin. Als im April 2009 die ersten Bilder einer neuen Krankheit aus Mexiko die Menschen in Deutschland erreichten, reagierten viele noch mit verhaltenem Staunen. Was war das für ein Virus, das Straßen, Fußballstadien und Kirchen selbst an Wochenenden gespenstisch leerte? Schon bald schien der Erreger der Schweinegrippe auch in Deutschland eine Bedrohung zu werden. Experten warnten vor einer weltweiten Pandemie und tatsächlich breitete sich das Virus nach Europa aus. Als dann noch im selben Monat die ersten drei Fälle in Deutschland bekannt wurden, bekamen es viele Menschen mit der Angst zu tun. Richtig schlimm und zeitweise hysterisch wurde es ab Anfang Oktober 2009, nachdem die Schweinegrippe erstmals als Todesursache in Deutschland nachgewiesen worden war. Kurze Zeit später schnellte die Zahl der Neuinfektionen bundesweit in die Höhe, regelmäßiges und gründliches Händewaschen kam in Mode, und auch der Mundschutz war plötzlich sehr gefragt.

Geht das jetzt wieder alles von vorne los? Fakt ist: Nach Bekanntwerden von zwei Todesfällen in Göttingen werden jede Menge böse Erinnerungen wach. Erinnerungen an 18.500 Tote weltweit, an über 250 Schweingrippe-Opfer in Deutschland und an knapp 230.000 Infizierte, rund 1700 davon im Saarland. Hierzulande standen auch drei Todesfälle in Zusammenhang mit der Schweinegrippe – ein chronisch kranker Fünfjähriger war Ende Oktober 2009 in der Kinderklinik Kohlhof gestorben, einen Monat später ein elfjähriges Mädchen aus Saarbrücken und im Januar vergangenen Jahres ein 49-Jähriger in einem Völklinger Krankenhaus. Anders als bei vielen anderen Opfern waren bei dem Mann keine Vorerkrankungen bekannt gewesen.

Dass das Virus auch bei uns nie völlig verschwunden war, belegen Zahlen, die jetzt an die Öffentlichkeit kommen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurde bereits Mitte Oktober erstmals wieder ein Fall registriert. Bis Dezember stieg die Zahl der erfassten Erkrankungen auf mindestens 32, auch im Saarland gab es an Weihnachten wieder eine Neu-Infektion. Todesfälle seien nicht meldepflichtig, daher sei unklar, wie viele Menschen in dieser Saison bereits durch den Erreger starben, erklärt das RKI. Bekannt wurde unter anderem der Fall einer 20-jährigen Frau, die nach einer A/H1N1-Infektion an Multiorganversagen starb.
Eine Prognose, wie stark die allgemeine Grippewelle und die Aktivitäten des Schweinegrippe-Erregers in dieser Saison ausfallen werden, ist laut RKI nicht möglich. „Die Menschen können aber auch in einer schwachen Welle sterben“, sagte eine Sprecherin gestern. Die Experten raten daher nach wie vor zu einer Schutzimpfung. Der Grippe-Impfstoff schützt diesmal nicht nur gegen Erreger der saisonalen Influenza, sondern auch gegen die Schweinegrippe.

Vor einem Jahr waren die Bundesländer auf einem Großteil des Impfstoffs sitzen geblieben, weil sich nicht so viele Menschen wie erwartet pieksen ließen – im Saarland nur etwa 70.000, 432.000 Dosen aber waren geordert worden. Der Großteil der Beschaffungskosten von 4,2 Millionen Euro musste vom Gesundheitsministerium somit als Lehrgeld verbucht werden. Zwar ist der alte Impfstoff größtenteils noch bis Herbst haltbar. Dass er tatsächlich gebraucht wird, ist aber unwahrscheinlich. Und eine erneute Bestätigung für alle Kritiker, die nicht müde wurden, darauf aufmerksam zu machen, dass von der Aufregung um die Schweinegrippe nur die Impfstoff-Hersteller profitieren. Und dass die gewöhnliche Grippe mit bis zu 12.000 Toten pro Jahr in Deutschland ohnehin wesentlich gefährlicher sei. Mal sehen, wie die Geschichte diesmal endet.

 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein