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Auf Jobsuche in der Arbeitszeit

Saarbrücken. Immer wenn einzelne Großunternehmen oder ganze Branchen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und Entlassungen in größerem Umfang nicht mehr auszuschließen sind, wird der Ruf nach Einrichtung von Transfergesellschaften laut. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass die von den Entlassungen betroffenen Arbeitnehmer in neue Jobs vermittelt werden, ohne dass eine Arbeitslosigkeit eintritt. Zu den Vorläufern der Transfergesellschaften gehörten Personalmodelle, die in den 1980- und 1990-er Jahren an der Saar mitentwickelt wurden, etwa die „Stahlstiftung“. Aber auch der Bergbau nutzte solche Modelle für den sozialverträglichen Arbeitsplatz-Abbau.
Es fließt Kurzarbeitergeld
Diese unterschiedlichen „Modellprojekte“ riefen den Gesetzgeber auf den Plan, mit einer Gesetzesänderung 1998 die ersten rechtlichen Grundlagen für die heutigen Transfergesellschaften zu schaffen. Damals nannte man die Leistungen der Arbeitsämter noch Sozialplanmaßnahmen, weil – und das war neu – zunächst ein Sozialplan abzuschließen war, der anstelle von Abfindungen (goldener Handschlag) erstmals Leistungen des Unternehmens für die Überleitung der Mitarbeiter in neue Beschäftigungsverhältnisse vorsah. So ähnlich funktionieren auch heute noch die Transferleistungen – dieser Begriff tauchte dann Anfang 2000 im Sozialgesetzbuch, Teil III (SGB III) auf.
 
Transferleistungen bezeichnen zum einen Zuschüsse zur Förderung der Teilnahme an Transfermaßnahmen und zum anderen Transferkurzarbeitergeld.
 
Transfermaßnahmen finden in der Kündigungsfrist bis zum Ausscheiden der Arbeitnehmer aus dem Betrieb statt und umfassen alle Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt, an deren Finanzierung sich der Arbeitgeber beteiligt.
 
Transfermaßnahmen müssen durch einen Träger durchgeführt werden. Ziel ist es, die betroffenen Arbeitnehmer besser vermittelbar zu machen.

Transferkurzarbeitergeld wird gezahlt, wenn die ausscheidenden Arbeitnehmer zu einer betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheit zusammengefasst werden. Sie erhalten keine reguläre Vergütung, sondern Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit. Dies beträgt für Arbeitnehmer mit Kind etwa 67 und bei allen anderen rund 60 Prozent ihres Nettoentgelts für maximal ein Jahr. Der Arbeitgeber stellt Geld für die Qualifizierung der Arbeitnehmer zur Verfügung – weiterhin können Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) bei der Arbeitsagentur beantragt werden.
Frühzeitig beginnen
Das Unternehmen, das Personal abbaut, beauftragt üblicherweise einen Träger mit der Maßnahme. Dieser richtet eine externe eigenständige Einheit ein – eine so genannte Transfergesellschaft. Als Träger werden Dienstleister bezeichnet, die sowohl die Transfermaßnahme betreuen als auch für das Transferkurzarbeitergeld zuständig sind. Dabei handelt es sich meist um Personaldienstleister, Unternehmensberater, Weiterbildungsfirmen oder Zeitarbeitsunternehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass das Unternehmen die betroffenen Arbeitnehmer zu einer internen betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheit zusammenfasst.
 
Ein Transfer-Sozialplan sieht Leistungen vor, die auf eine Überleitung der Arbeitnehmer in neue Jobs hinauslaufen. Der Transfer-Sozialplan ist die Grundlage für alle Transfer-Maßnahmen. Nach dem Beschluss über den Personalabbau muss von der Firmenleitung mit dem Betriebsrat ein Transfer-Konzept entwickelt werden. In dieser Zeit finden auch die Verhandlungen über den Transfer-Sozialplan statt. Zu den Leistungen einer Transfergesellschaft gehören:
 
eine fundierte Profil-Analyse über die jeweilige Qualifikation (ist beim Transferkurzarbeitergeld gesetzlich vorgeschrieben),
ein Bewerbungstraining, &mzirkv;individuell zugeschnittene Integrationspläne, 
Hilfen bei der Vermittlung einer neuen Stelle
Qualifizierungsangebote, basierend auf den Profilen der einzelnen Arbeitnehmer.

Wunder können auch Transfergesellschaften nicht vollbringen. Sie funktionieren dann gut, wenn Arbeitsagenturen und Transferanbieter frühzeitig durch die Betriebe eingeschaltet werden. red
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