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Auf Monster-Jagd in Völklingen: Freche Pokémons in der City

Auf dem Handybild tummeln sich die Monsterchen scheinbar in der realen Landschaft, hier am Weltkulturerbe. Screenshot: Burg

Auf dem Handybild tummeln sich die Monsterchen scheinbar in der realen Landschaft, hier am Weltkulturerbe. Screenshot: Burg

Plötzlich stehen sie hinter Dir. Flattern Dir um die Ohren. Oder strecken Dir die Zunge raus. Doch mit bloßem Auge sind die bunten Mini-Monster nicht zu sehen. Es braucht schon ein modernes Smartphone samt der dazu gehörenden Anwendung, um die Pokémon sichtbar zu machen, die auch in Völklingen überall unterwegs sind.

 

Hendrik Burg gehört zu den Begeisterten, die die kleinen Männchen aufspüren, einfangen und entwickeln. An der Skater-Anlage startet er die App Pokémon Go, die derzeit in aller Munde und auf aller Handys ist. „Die Skater-Anlage ist eine Pokémon-Arena“, erklärt er. Mit einer Station, an der er wichtige Dinge für die Pokémon-Jagd findet. Und Münzen in der Spiel-Währung fallen hier ab, für die er Gegenstände kaufen kann. Die App zu installieren und zu benutzen, ist kostenlos. Allerdings kann man sich durch In-App-Käufe Vorteile verschaffen.

 

Wächter warten

Es gibt Plattformen in verschiedenen Farben. Manche sind von starken Pokémon besetzt. „Die haben andere Spieler hier positioniert, um die Plattform zu verteidigen“, erklärt er. Heute wagt er keinen Wettstreit, die Wächter scheinen zu stark.

 

Schaltet er in den Real-Bild-Modus, verschmelzen virtuelle und reale Welt: Pikatchu und Co. tummeln sich auf dem Handybild scheinbar mitten in der Landschaft. Ein Zubat flattert vorbei. Burg reagiert, aktiviert eine virtuelle Kugel. Die feuert er auf den Flug-Pokémon, der flattert unverdrossen weiter. Ein zweiter Wurf, Zubat gefangen. „Kurz warten, er könnte sich noch befreien“, sagt der Spieler. Nein. Ein Pokémon mehr. Noch klein, aber vielleicht schon bald ein wertvoller Kämpfer. Als er wieder in die Übersichts-Ansicht wechselt, sagt er zu mir, dem Autor dieses Berichts: „Direkt hinter Dir ist einer.“ Ich drehe mich um, sehe aber nichts. Klar, ich schaue ja auch nicht durch das Handy. Traumato, so heißt der freche Kerl, posiert für uns vor der Skater-Anlage. „Schnell noch einen Screenshot“, sagt er und macht ein Foto seiner aktuellen Bildschirmanzeige. Ein wenig Zeit dazu bleibt: „Erst wenn der erste Ball abgefeuert ist, muss es schnell gehen.“ Geht es und auch Traumato gerät in Gefangenschaft. Oder doch nicht? Der Ball wackelt bedenklich – und der Frechling flieht. Wir gehen Richtung Stadionstraße. Zwischen Köllerbach und Straße ist allerhand los. Alle paar Meter gibt es ein Kleinmonster zu sammeln. „Eier gibt es auch“, berichtet er. Die müssen ausgebrütet werden, unterschiedlich lange.

 

Erst mal ausbrüten

„Je länger es dauert, umso besser das Pokémon“, sagt er weiter. Zum Brüten muss er sich allerdings nicht auf das Handy setzen. Es genügt, die Eier durch die Landschaft zu tragen. Er hat aber bereits herausgefunden: „Wenn man mit dem Auto unter 30 km/h fährt, funktioniert das auch.“ Wie ist er zum Pokémon-Sammeln gekommen? „Die App erinnert mich an meine Kindheit“, informiert er. Damals war er begeisterter Karten-Pokémon-Sammler, heute jagt der die Männchen virtuell. „Dadurch bin ich dann auch öfter draußen“, hat er festgestellt. Das könne auch den Teenagern nicht schaden: „Grundsätzlich finde ich es gut, dass sie sich durch die App öfter draußen aufhalten.“ Er hat zwar auch schon von so genannten Nebenwirkungen, wie Sonnenbrand, gehört: „Aber das hat ja jetzt nicht direkt mit dem Spiel zu tun.“

 

Noch bevor wir die Stadtwerke erreichen, treffen wir einen Bekannten wieder. Traumato zeigt wieder seine Posen – mitten zwischen Bäumen und Sträuchern. Dieses Mal aber einmal zu viel, denn dieses Mal kann er nicht mehr aus dem Pokéball entkommen.
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