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Auf Wölfe in Lothringen darf scharf geschossen werden

Die eigentliche geschützte Tierart der Wölfe ist in den Vogesen zum Freiwild erklärt worden. Foto: dpa</p>

Die eigentliche geschützte Tierart der Wölfe ist in den Vogesen zum Freiwild erklärt worden. Foto: dpa

In 60 Gemeinden der Départements Vogesen und Meurthe-et-Moselle ist die Jagd auf Wölfe ab sofort erlaubt. Das haben die jeweiligen Präfekturen jetzt bekannt gegeben. Begründet wird der Erlass durch die hohe Anzahl an Angriffen durch Wölfe im vergangenen Jahr. Demnach starben 2015 und 2016 insgesamt 469 Tiere bei Wolfsattacken. Alle von den Züchtern getroffenen Schutzmaßnahmen hätten bisher nur wenig gebracht. Werden Schafe oder Rinder durch Wölfe gerissen, bekommen die Halter eine Entschädigung vom Staat. Auch wegen dieser Kosten haben sich die Behörden dafür entschieden, den Abschuss der Wölfe zu erlauben. Bisher waren lediglich Warn- und Verteidigungsschüsse gestattet, wenn sich ein Wolf tatsächlich in unmittelbarer Nähe einer Herde befand. Der neue Erlass ermöglicht eine regelrechte Jagd auf die scheuen Raubtiere.

In Lothringen, wo sich Wölfe nachweislich seit 2011 wieder angesiedelt haben, wird bereits zum zweiten Mal auf diese Maßnahme zurückgegriffen. 2014 war der Erlass durch die Präfektur des Départements Meuse noch vom Verwaltungsgericht in Nancy gestoppt worden, nachdem Tierschützer dagegen geklagt hatten. Auch dieses Mal hat der Hilfe- und Vermittlungsverein für Tiere Aspa aus den Vogesen einen Gang vor den Richter angekündigt. Am Freitag soll sich das oberste Verwaltungsgericht Frankreichs (Staatsrat) in Paris damit befassen. Stoppt es den Erlass, muss die Jagd unmittelbar eingestellt werden.

Doch bis die Sache entschieden ist, könnten die ersten Wölfe bereits erlegt worden sein. Denn den Jägern und Züchtern aus den betroffenen Kommunen wurde die Unterstützung der „Wolf-Brigade“ zugesichert. Dieses Team aus erfahrenen Jägern gehört zum französischen Amt für Jagd und Wildtiere und ist frankreichweit im Einsatz in Gegenden, in denen Wölfe eine Gefahr darstellen.

Das wollen die Tierschützer in den Vogesen rund um den Aspa-Vorsitzenden Nicolas Simonet um jeden Preis verhindern. „Wir werden die Jagd mit allen Mitteln stören“, sagte Simonet gestern der SZ. Während in den Vogesen mehrere Wölfe angesiedelt sind, geht er davon aus, dass es sich im Flachland lediglich um einen einzigen Wolf handelt, der immer wieder gesichtet werde. Somit würde Frankreich mit seinem Abschuss gegen die Berner Konvention verstoßen, die dem Wolf einen strengen Artenschutz in ganz Europa gewährt und dessen Tötung nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt. „Für den Zeitraum 2016-2017 dürfen in ganz Frankreich 36 Wölfe getötet werden. Diese Zahl wurde jetzt schon erreicht, demnach wären neue Abschüsse absolut illegal“, empört sich Simonet. Er ist zuversichtlich, dass der Staatsrat zugunsten der Wölfe entscheiden wird. Bis dahin appellierte er an die Tierfreunde, sich Tag und Nacht den Jägern in den Weg zu stellen.

Ähnlich waren die Wolfsfreunde aus den Vogesen bereits im vergangenen August vorgegangen (wir berichteten). Damals ging es darum, eine Wolfszählung durch das französische Forstamt (ONCFS) zu verhindern. Nach Ansicht der Tierschützer sollte unter dem Deckmantel einer Zählung die Anzahl an Wölfen festgelegt werden, um diese später zum Abschuss freizugeben.

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