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Auf dem Merziger Gipsberg geht die Angst um

Immer wieder schlugen auf dem Merziger Gipsberg in den vergangenen Monaten Einbrecher zu.

Immer wieder schlugen auf dem Merziger Gipsberg in den vergangenen Monaten Einbrecher zu.

Auf dem Merziger Gipsberg breitet sich Angst aus: Seit einigen Monaten häufen sich im größten Wohngebiet der Kreisstadt die Haus- und Wohnungseinbrüche . Erst vor ein paar Tagen schlugen dort wieder Einbrecher zu: Die unbekannten Täter stiegen in ein Wohnhaus in der Pfarrer-Rühling-Straße ein, ließen von dort Schmuck und Bargeld mitgehen (wir berichteten).

Nur eine von zahlreichen ähnlichen Straftaten, die sich seit einigen Monaten in dem Wohngebiet ereignet haben. Die Anwohner dort wollen der zunehmenden Kriminalität in ihrem eigentlich recht idyllischen Umfeld aber nicht ohnmächtig begegnen: Zu Beginn des Jahres hat sich dort eine Initiative „Aufmerksame Nachbarn “ gegründet, die als ein eher informelles Netzwerk dafür Sorge tragen will, dass sich die Bewohner der verschiedenen Straßen im Wohngebiet gegenseitig über auffällige Vorkommnisse wie zum Beispiel fremde Personen auf den Grundstücken oder merkwürdige Fahrzeuge auf den Straßen informieren.

„Darüber hinaus tauschen wir uns aus über Präventionsmaßnahmen wie Sicherheitsvorkehrungen an Haus und Grundstück“, heißt es von Seiten des Netzwerkes.

Für kommenden Samstag, 28. Februar, laden die „Aufmerksamen Nachbarn “ zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins Vereinshaus Merzig , Propsteistraße, ein. An dem Treffen, das um 10 Uhr beginnt, nehmen nach Auskunft von Gernot Wolf, einem der Vertreter des Netzwerkes, ein Mitarbeiter der Abteilung Polizeiliche Kriminalprävention bei der Landespolizeidirektion sowie Stefan Hein, der Leiter der Polizei-Inspektion Merzig , teil. Weiterhin werden Hermann Friedrich vom Ordnungsamt der Stadt Merzig sowie der Seniorensicherheitsberater Michael Hoffeld dabei sein. Auch ein Vertreter des Merziger Ortsrates soll dem Vernehmen nach in der Veranstaltung zugegen sein, sagte Wolf.

Dort, im Ortsrat, hatten die Anwohner des Gipsbergs vor kurzem ihr Anliegen vorgestellt. Es gebe eine „erhebliche Verunsicherung bei den Bewohnern des Gipsberges“, sagte dort etwa Klaus Kewenig, einer der Betroffenen. So habe es im vergangenen Jahr beispielsweise elf Einbrüche binnen zwei Wochen gegeben. „Die Ohnmacht und die Besorgnis sind sehr groß“, erklärte Kewenig.

Gernot Wolf ergänzte: „Im Bozener Weg, wo ich wohne, gab es in den letzten Monaten zwei versuchte Einbrüche sowie zwei erfolgreiche.“ Ein Problem gerade in dieser Straße sei die mangelnde Ausleuchtung des öffentlichen Verkehrsraumes im Bereich Bozener Weg/Dolomitenstraße. Hier würden die Anwohner gerne die Stadt in die Pflicht nehmen, um Abhilfe zu schaffen.

Der stellvertretende Ortsvorsteher Alexander Boos sagte in der Sitzung, in den letzten 90 Tagen habe es laut polizeilicher Statistik acht Einbrüche im Bereich der Kernstadt gegeben, darunter vier auf dem Gipsberg. „Die Polizei hat ihre Streifenfahrten dort intensiviert“, erklärte Boos. Gleichsam sei es wichtig, dass auch die Nachbarschaftshilfe stimme. Insofern sei die Initiative der Anwohner zu begrüßen.

Das sah auch Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld so: „Ich finde es sehr positiv, dass die Nachbarschaft sich dort hilft, das hat Modellcharakter.“ Hoffeld sagte die Mithilfe der Verwaltung bei der Lösung des Problems zu: „Wenn wir als Stadt Unterstützung leisten können, machen wir das gerne.“

Zwar stehe Merzig im Vergleich mit anderen saarländischen Städten im Bereich der Eigentumsdelikte noch relativ gut da. „Aber“, betonte Verwaltungschef Hoffeld , „jeder Einbruch ist einer zu viel.“
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