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Auf dem Saarbrücker Christkindl-Markt pulsiert das Leben

Der Saarbrücker Christkindl Markt mit dem fliegenden Weihnachtsmann.

Der Saarbrücker Christkindl Markt mit dem fliegenden Weihnachtsmann.

Was ist bunt, hat einen komischen Namen und lässt sich gerne mal auf den Arm nehmen? Ein nahezu unlösbares Rätsel…es sei denn, man schlendert dieser Tage über den Saarbrücker Christkindl-Markt zu Stand Nummer 46: Dort liegen und hängen sie, die sogenannten „Perlsacktiere“. Jedes Stofftier hat einen eigenen Namen. Und eine kann sie alle auswendig: Verkäuferin Nora Schwingen. Die Saarbrücker Studentin präsentiert ein Geschöpf nach dem anderen: mal das wehleidige Putztuch „Jammerlappen“, mal die „beleidigte Leberwurst“, mal einen lachenden, etwas opulenten Keks, den – wie soll er auch anders heißen – „Scherzkeks“.

Mehr als 320 Arten soll es geben. Das teilt der Onlinehandel Stossno & Ankermann GbR, der die Wesen im Internet vertreibt, auf Anfrage mit. Sie wuselten sogar schon durch das Altstadtfest, jetzt erstmals auch durch den Christkindl-Markt. Insgesamt sind 70 Aussteller vertreten, 15 davon haben Geschenkartikel im Angebot.

Verkäuferin Schwingen muss in den neu angelieferten Säcken lange wühlen. Eine Kundin aus Quierschied sucht noch „Muskel- und Tigerschweinkater“. Und zwar in Groß. „Die Kleinen habe ich alle schon.“ Erst will sie es nicht verraten, doch dann lüftet sie ihr Geheimnis: Fast hundert Exemplare stehen, hängen und liegen bei ihr zu Hause.

Üppig bestückt ist auch Stand Nummer 41. Dort versteckt sich Marina Pagliarucci in ihrem „Knusperhaus“ hinter tonnenweise Kilokalorien in Form von Lebkuchen. Es wundert einen schon ein wenig, dass die „Ich liebe dich“- und „Mutter ist die Beste“-Herzchen immer noch nicht aus der Mode gekommen sind. „Doch, doch, die verkaufen sich gut“, versichert die etwas ältere, zierliche Frau. Als Schaustellerin ist sie jährlich in 20 bis 25 deutschen Städten unterwegs. Auf dem Saarbrücker Christkindl-Markt gehört sie zum festen Inventar.

 

Ein Faible für Pferde

Ein paar Stände weiter schnitzt Adam Dziemieszonek hochkonzentriert an einer seiner Figuren. Eine Eule? Gut möglich.

 

Sein Geschäftspartner und Bruder Jan hat eher ein Faible für Pferde . „Erst war es ein Hobby, dann ein Beruf“, sagt Adam. Ihre beiden Kleinbetriebe sitzen in Polen. Seit zehn Jahren kommen sie jährlich auf den Saarbrücker Weihnachtsmarkt. „Man kennt uns hier.“

Über ihr Angebot freut sich auch Iris Recktenwald. „Es ist schön, wenn es auf dem Weihnachtsmarkt auch Handwerk gibt und nicht nur Essen und Trinken“, sagt die Illingerin.

Ein paar Meter weiter hört Margarete Riss gar nicht mehr auf zu strahlen. Die Rentnerin steht an Stand Nummer eins, bei „Made in Saarbrigge“. Do gäbbt's alles uff Saarlännisch. „Ich habe nur lachende Kundschaft“, sagt Riss. Normalerweise stehen die Artikel in der Tourist-Information im Rathaus. Der Verkaufsschlager: Servietten mit der Aufschrift „Butz da mol die Schniss ab“.

Früher war Riss, die „seit drei Jahren im Unruhestand“ ist, Sachbearbeiterin im Standesamt. Dort habe sie immer Hochdeutsch sprechen müssen: „Es tut richtig gut, hier mol Platt zu schwätze.“

Das Geschäft laufe gut, viele hätten sich das heimische Kulturgut bereits gesichert, um Päckchen an Verwandte und Freunde ins Ausland zu schicken. So kommt auch in Thailand oder Mexiko pünktlich zu Weihnachten „e scheener Gruß aus Saarbrigge“ an.

 
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