A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Neunkirchen-Kohlhof und AS Neunkirchen-Wellesweiler Gefahr durch defektes Fahrzeug, Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn (18:12)

A8

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Auf den St. Wendeler Straßen wird gezaubert

St. Wendel. An diesem Wochenende treffen sich wieder zahlreiche Straßenzauberer in der St. Wendeler Innenstadt. Mit ihren Tricks versuchen sie die Besucher in ihren Bann zu ziehen. Einer von ihnen ist der Amerikaner Jimmy Talksalot.

Unter diesem Künstlernamen tritt der 45-Jährige nun seit mehr als 25 Jahren auf. Seine Leidenschaft für die Zauberei entdeckte er schon als Kind. Sie liegt ihm im Blut, da sie in seiner Familie eine lange Tradition hat. Sein Großvater und sein Urgroßvater waren beide Zauberer. Er zog schon im Alter von acht Jahren von seiner Heimatstadt San Diego noch weiter in den Süden der USA nach New Orleans in die verrückte Stadt, wie er sie nennt.

Dort wurde seine Zauberei von Voodoo und Aberglaube beeinflusst und dadurch weiterentwickelt. „Ich habe anfangs auch versucht andere Jobs zu machen, aber die Magie ist mein Leben.“ Er schrieb sogar das Handbuch „To Lure with Spectacle“ (deutsch: mit Spektakel locken) für Straßenzauberer, um seine Erfahrungen weiterzugeben.

Für seine Auftritte reist er um die ganze Welt und war unter anderem schon in Belgien, Spanien, England und Mexiko. Begeistert erzählt Jimmy: „Ich plante schon seit Jahren nach St. Wendel zum Straßenfestival der Zauberei zu kommen. Ich habe oft von Zaubererkollegen gehört, wie toll es hier ist.“ Sein Weltenbummler-Dasein hat allerdings auch eine negative Seite: „Ich vermisse meine Familie sehr, wenn ich auf Reisen bin“, bedauert der Magier.
 
Jimmy Talksalot ist normalerweise eher auf den Bürgersteigen großer Städte anzutreffen, wo er seine Tricks zeigt. Während er mit dem Publikum spricht, lässt er immer wieder Sachen verschwinden und erscheinen. „Meine schnellen Hände und das schnelle Reden sind das Besondere an mir. Ich weiß, dass den Menschen hier gefallen wird, was ich mache.“ Dass er viel redet, verrät auch sein Künstlername Talksalot, was so viel bedeutet wie „redet viel“.

Jimmy schätzt seine Chancen, auf den ersten Platz zu kommen, eher bescheiden ein. Er habe von der starken Konkurrenz gehört und sei schon gespannt, diese live zu erleben. Um eine Platzierung geht es ihm gar nicht. „Ich mag normal keine Festivals. Es sollte nicht um Preise gehen, sondern darum, das Publikum zu begeistern“, sagt der Amerikaner. So schlug der Freigeist auch mehrere gut bezahlte Angebote aus, Vorträge über Magie zu halten und auf Wettbewerben aufzutreten. „Ich mache, was ich will und ich wollte eben unbedingt bei diesem großen Ereignis dabei sein.“

Die Aufwandsentschädigung von 500 Euro, die er in St. Wendel bekommt, deckt bei Weitem nicht die Kosten die seine Reise ins Saarland mit sich bringt. 2200 Euro musste er aufbringen. „Aber das ist es mir wert“, sagt Jimmy Talksalot. Die Straßenkünstler leben hauptsächlich von Hutgeld, dem Geld, das sie nach ihren Aufführungen im Publikum sammeln.
Zauberer erobern die Innenstadt St. Wendel. Schloßplatz St. Wendel, Freitag, 14 Uhr. Die Gastronomien sind gut gefüllt, viele Bürger bummeln und tanken Sonne. Auf einmal ist in ohrenbetäubender Lautstärke „Conquest of Paradise“ zu hören. Passanten bleiben stehen und schauen neugierig zur Bühne, die neben dem Rathaus steht. Vor dieser haben sich schon einige Menschen gesammelt, denn sie wissen, was jetzt ansteht: Der 12. Internationale Wettbewerb der Straßenzauberer wird eröffnet.

Nach Ende der Musik greift Organisator Georg Lauer zum Mikrofon, um die Teilnehmer zu begrüßen. Diese stellen sich mit einigem Abstand zur Bühne auf, mit Schildern, auf denen die Fahnen ihrer Herkunftsländer abgebildet sind. Jeder einzelne der 16 Straßenzauberer aus Europa und Übersee wurde stilsicher mit der passenden Nationalhymne auf die Bühne gebeten. Den kurzen Weg legten sie zu Fuß zurück. Mit einer Ausnahme: Der Deutschinder Fakir Jadoo rast die Schloßstraße in seiner motorisierten Rikscha herunter. Jedoch ist er nicht allein: Sein Fahrgast ist Bürgermeister Klaus Bouillon.

„Dieses Familienfest soll auch im nächsten Jahr stattfinden, und es soll weiterhin kostenlos für die Zuschauer sein“, sagte der Rathauschef. Nach dieser Ansprache ging die Vorstellung der Zauberer weiter. Dem Amerikaner Todd Various fehlte jedoch das Sternenbanner, hat es doch bereits sein Mitbürger Jimmy Talksalot mit auf die Bühne genommen. Kurzerhand schnappte sich Todd ein Kind als Ersatz. Gelächter im Publikum.

Spaßig und zauberhaft soll es weitergehen: Heute treten die Gaukler von 10.30 bis 18 Uhr an drei Plätzen (Balduinstraße, Schloßplatz, Fruchtmarkt) auf. Ab 20 Uhr steigt die Zauber-Gala, die bei Regen in den Saalbau verlegt wird. Am Sonntag ist das Familien-Zauberfest von zwölf bis 19 Uhr in der Fußgängerzone. lk
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein