A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

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Priorität: Sehr dringend

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Auffahrt zur A 620 Richtung Saarlouis bald wieder frei

Völklingen. „Nur Durcheinander hier!“. Wütend lässt ein Radfahrer seinem Ärger freien Lauf, als er mit seinem Rennrad an Klaus Kosok und Udo Schuh vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) vorbeisaust. Der Weg an der Baustelle auf der Karolinger Brücke vorbei scheint ihm nicht gut bekommen zu sein. Die beiden Männer nehmen es mit einem Lächeln. „Sowas passiert, weil sich die Leute hier zurzeit nicht mehr so frei bewegen können wie zuvor“, sagt Kosok, der Sprecher des LfS. „Aber bevor sie im Baufeld in eine Grube fallen, müssen wir sie eben umleiten. Und das regt den einen oder anderen schon mal auf.“

„Alles bis auf den nackigen Brückenkörper“

Die Karolinger Brücke in Völklingen – seit dem 18. Juni fräsen Arbeiter hier die alten Asphaltschichten ab, beseitigen den Schotter darunter, verdichten den Unterboden und tragen die neue Fahrbahndecke auf. „Alles bis auf den nackigen Brückenkörper“, bringt Kosok es auf den Punkt. Darüber hinaus wird die Brücke selbst saniert, bekommt einen neuen Aufbau und wird versiegelt. Arbeiter verlegen alle Leitungen auf eine neue Rohrleitungsbrücke, müssen an die Gehwege ran und installieren neue Geländer, danach geht’s mit ihnen ein Stockwerk tiefer zur Betoninstandsetzung. Es ist also viel zu tun, und das unter einem „extremen Zeitdruck“, wie der Bauüberwachende für Brückenbau, Udo Schuh, andeutet. Die Stadt Völklingen wolle hier möglichst schnell wieder freie Bahn haben. Insgesamt aber fehle gegenüber des Zeitplans bisher nur eine Woche, die bald aufgeholt wird, so die beiden Experten. Durchnässte Teile im alten Unterbau tauchten plötzlich auf, keine selbstverschuldeten Probleme also, im Gegenteil: „Die Jungs geben sich wirklich richtig Mühe, sie geben wirklich Gas“, legt Schuh für sie seine Hand ins Feuer – alles kräftige Männer aus dem Saarland und der Pfalz, Mitarbeiter der Firmen Wolff, Peter Gross und aventas.bau. Sie leiten zwei Verantwortliche vor Ort, neben „Brückenkopf“ Schuh noch Christoph Lander für die Angelegenheiten im Straßenbau.

3500 Tonnen Asphalt

Wenn die Männer laut Plan am 25. Juni 2012 das letzte Verkehrshütchen eingepackt haben, sind insgesamt etwa 3500 Tonnen Asphalt eingetragen und haben 2,6 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Davon gehen rund eine Million Euro zu Lasten des Bundes, so Schuh. Die Völklinger Autofahrer können dann wieder ungehindert über 500 Meter neu hergerichtete Straße fahren. Und Fußgänger mit Behinderungen ihre neue Barrierefreiheit vor Ort genießen. An den Ampeln geben schon jetzt geriffelte, abgeflachte Begrenzungssteine Blinden Orientierung über deren Stock und nehmen Rollstuhlfahrern Arbeit ab. Wichtig auch: Die Linksabbiegespur von der Karolinger Straße stadtauswärts in die Saarwiesenstraße bietet dann Platz für mindestens sechs Autos statt der bisherigen zwei bis drei, damit der geradeaus fließende Verkehr nicht mehr abgebremst wird, so Kosok. Bis es soweit ist, stehen noch einige Phasen auf dem Bau an (siehe Infobox), der laut Udo Schuh wegen des Umfangs der Arbeiten eine wahre „Lehrbaustelle“ ist.

Mehr als leichte Verkehrsbehinderungen wird es trotz der täglich 30 000 Fahrzeuge, die die Brücke nehmen, aber auch bis dahin nicht geben, so die Experten. Und sollte doch ein kleiner Stau kurzfristig zum Stopp zwingen, kann man die Zeit nutzen, sich die Baustelle noch einmal ganz genau anzusehen. Es könnte auf der Karolinger Brücke nämlich für die nächsten zehn Jahre die letzte sein. Kosok: „So lange dürfte erfahrungsgemäß die neue Asphaltdecke halten.“

AUF EINEN BLICK

Am 24. September beginnt eine neue Bauphase. Die Arbeiten wandern dann Richtung Fürstenhausen. Die Auffahrt zur A 620 Richtung Saarlouis wird freigegeben, die in Richtung Saarbrücken muss bis 15. November gesperrt werden. Die Umleitung führt über den Kreisverkehr in Fürstenhausen. Ab 15. November rücken die Arbeiten in die Straßenmitte, der Verkehr fließt auf beiden Seiten einspurig vorbei. Am 26. November beginnt die Winterpause, die Baustelle wird abgebaut, die Autos können die komplette Straße mit sämtlichen Anschlussstellen zur A 620 benutzen. Am 5. März 2012 folgen die letzten beiden Bauphasen am unteren Ende der Karolinger Straße. Sie wird hier bis Bauende am 25. Juni zur Einbahnstraße stadtauswärts, wer stadteinwärts will, muss laut LfS die Zechenstraße nehmen. avm

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