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Aufklärung über Abzockermaschen - Rund 49 000 Saarländer suchten 2014 Hilfe bei der Verbraucherzentrale

In einem Fall gingen die Betrüger besonders dreist vor: Sie versicherten ihrem Opfer, für nur 120 Euro könne er einen „Telefonblocker“ erwerben, der ihn vor Betrugsanrufen schütze. Der ältere Herr ging darauf ein, nicht ahnend, dass so etwas wie ein „Telefonblocker“ gar nicht existiert und er gerade eben jenem Betrug aufgesessen war, vor dem ihn das Gerät schützen sollte.

Auch im Jahr 2014 suchten die meisten Menschen Hilfe bei der Verbraucherzentrale (VZ) des Saarlandes, weil sie sich von Abzockern im Internet oder der Telekommunikationsbranche täuschen ließen. Insgesamt kontaktierten rund 49 000 Bürger die VZ – 1000 mehr als noch im Vorjahr. Der „Telefonblocker“-Fall ist nur ein Beispiel für Telefonbetrug, der vor allem ältere Menschen trifft. „Die Forderung der Verbraucherzentralen an die Politik, dass solche Verträge erst nach schriftlicher Bestätigung gültig sind, hat bisher noch nicht gefruchtet“, sagt Yvonne Schmieder, zuständig für Verbraucherrecht bei der VZ. Häufig suchten die Bürger 2014 auch Rat wegen unseriöser Mobilfunkverträge oder weil sie Ärger mit Onlinehändlern hatten.

Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt wandten sich auch mehr Saarländer mit Fragen zu Finanzdienstleistungen und Altersvorsorge an die VZ. „Es wird für Verbraucher immer schwieriger, ihr Geld ertragreich und risikoarm anzulegen“, sagt der VZ-Finanzexperte Thomas Beutler. Zudem gebe es viele windige Anbieter auf dem Markt, warnt Wolfgang Krause, Vorsitzender der VZ Saar. Um diesen auf die Schliche zu kommen, hat die Bundesregierung vergangenes Jahr das „Marktwächter“-Projekt ins Leben gerufen. Die Finanz-Beratungsgespräche sollen ausgewertet werden, um eine Art Frühwarnsystem aufzubauen. Erste Ergebnisse werden für dieses Jahr erwartet.

Darüber hinaus klärten die 50 VZ-Mitarbeiter im vergangenen Jahr über zahlreiche weitere Themen auf: vom Energiesparen bis hin zu Lebensmitteln. Bei letzteren lag der Schwerpunkt auf dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und die Aufklärung über Gefahren, die von Plastikverpackungen ausgehen können.

VZ-Vorsitzender Krause und Geschäftsführer Jürgen Zimper ziehen eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Allerdings hätten sie gerne noch mehr gemacht, doch die Sparpolitik des Landes hinterlässt auch bei der VZ ihre Spuren. „Die Höhe der Landesmittel ist zwar gleich geblieben, neue Projekte sind damit aber nicht denkbar“, erklärt Krause. Geplant war das Projekt „Barrierefreies Wohnen “, eine unabhängige Beratung zum Wohnen im Alter. Angesichts des demografischen Wandels gebe es hier großen Bedarf, so Krause.

Bestürzt zeigten sich Krause und Zimper über das drohende Ende der unabhängigen Patientenberatung (UPD), einem gemeinsamen Angebot der VZ und des Sozialverbands VdK. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen und die Bundesregierung planen, die UPD an ein privates Unternehmen zu vergeben (die SZ berichtete). „Die persönliche Beratung wird durch ein Callcenter ersetzt – ein Unding“, sagt Zimper. Dies sei eine rein politische Entscheidung gewesen, die keine Rücksicht auf die Bedürfnisse der Patienten nehme.

 

Zum Thema:

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes ist ein eingetragener Verein und wird größtenteils durch Landes- und Bundesmittel finanziert. Vom Land erhielt die VZ im Jahr 2014 rund 480 000 Euro, vom Bund 370 000 Euro. Ein kleinerer Teil der Mittel stammt von weiteren Förderern wie Landkreisen, Kommunen und dem Sparkassen- und Giroverband Saar sowie aus Beratungsgebühren. Die VZ berät zu einer Vielzahl von Themen: unter anderem zu Bauen und Wohnen , Markt und Recht, Ernährung, Finanzen, Gesundheit und Pflege. Derzeit gibt es vier Beratungsstellen im Saarland: in Saarbrücken , Dillingen, Merzig und Neunkirchen. noe
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