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Aufschwung Saar: 2011 viele neue Jobs in den Betrieben

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Der Wirtschaftsaufschwung an der Saar kommt nach der Wirtschaftskrise offensichtlich schneller voran als gedacht. Erst kürzlich hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland ihre Wachstumsprognose für das noch laufende Jahr nachträglich auf 4,8 Prozent erhöht.

Jetzt rechnen Kammern, Verbände und Gewerkschaften übereinstimmend für 2011 mit zahlreichen Neueinstellungen in vielen Branchen an der Saar. Heino Klingen, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik der Saar-IHK, prognostiziert als Folge der erfreulichen Wachstums-Perspektiven alleine eine Zunahme von rund 4000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. „Damit hätten wir 2011 an der Saar die Marke von 362.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreicht. Das wäre der höchste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung.

Das Jobwunder am Arbeitsmarkt geht weiter“, prognostiziert Klingen. Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände (VSU), in gleicher Funktion auch für den Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie tätig, bestätigt: „Wir haben in unserer Mitgliedschaft etliche Unternehmen, die schon wieder Personal einstellen. Die Situation ist deutlich besser als vor einem Jahr.“ Autohersteller wie Ford und Zulieferer wie ZF zeigten eindrucksvoll, wie man mit neuen Produkten aus der Krise kommt.  Gilbert Hess, Betriebsratschef von Ford Saarlouis, erwartet 2011 als Folge der Produktion des neuen Focus im Werk sowohl die Beschäftigung weiterer Leiharbeiter als auch die verstärkte Übernahme von Leiharbeitern in feste Arbeitsverhältnisse.

ZF-Pressesprecherin Karin Markenstein bestätigt die Neueinstellung von zunächst 200 Beschäftigten als Folge des Ausbaus der Produktion von Acht-Gang-Automatik-Getrieben. Es könnten noch mehr Neueinstellungen werden, da sich das neue Getriebe aus Saarbrücken weltweit zu einem immer größeren Verkaufsschlager entwickele. ZF in Saarbrücken habe ursprünglich mit 330.000 Acht-Gang-Automatik-Getrieben für 2010 kalkuliert. Mittlerweile sei schon die Marke von 400.000 überschritten.

Auch die Gesundheitsbranche an der Saar meldet erfreuliche Entwicklungen. So wachse beispielsweise Fresenius St. Wendel als Hersteller modernster Dialyse-Geräte inklusive dem dazugehörigen Zubehör auf allen Märkten, insbesondere auch in Osteuropa, bestätigt Joachim Weith, Bereichsleiter Konzernkommunikation von Fresenius in Bad Homburg. Viele Länder in Osteuropa führten nach und nach die Dialyse-Behandlung von Nieren-Patienten ein. Deshalb werde die Produktion in St. Wendel 2011 weiter steigen. Möglicherweise auch mit weiterem Personal. Man werde 2011 in allen Unternehmensbereichen auf allen Märkten weltweit wachsen.

Auch VSU-Hauptgeschäftsführer Malter sieht an der Saar personell die Gesundheitsbranche 2011 als Wachstumsmarkt an. Hier könne sich insbesondere der Bereich Wellness profilieren.  Aber auch die Dienstleistungsbranche mit industrienahen Leistungen wie EDV und Überwachungstätigkeiten, der Handel und das Handwerk hätten gute Wachstumschancen. Hans Peter Kurtz, Chef der Arbeitskammer, erwartet ebenfalls 2011 zahlreiche Neueinstellungen. Allerdings müsse man darauf achten, dass es sich nicht zu häufig nur um Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse handelt.

Hierauf will der DGB ein besonderes Augenmerk legen, kündigt Saar-DGB-Chef Eugen Roth an, der 2011 personell auf die Auto-Industrie mit Zulieferern und die Stahlbranche setzt. Alfred Staudt , Chef von Verdi Saar, erwartet mehr Beschäftigung in den Bereichen Ver- und Entsorgung, Gesundheitswesen, Logistik mit Speditionen und im Handel.





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