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Aus: Elke Ferner verliert Bundestags-Direktmandat

Saarbrücken. Elke Ferner hat ihr Bundestags-Direktmandat verloren. Die Sozialdemokratin wird dem Parlament zwar weiterhin angehören, weil sie über die Landesliste ihrer Partei abgesichert ist. Der Wahlkreis 296 Saarbrücken wird aber in den kommenden vier Jahren von der Christdemokratin Anette Hübinger vertreten. Vor vier Jahren konnte Ferner, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion ist, das Direktmandat trotz starker Konkurrenz behaupten.

Hübinger zog damals über die CDU-Landesliste in den Bundestag ein. Oskar Lafontaine hatte sich 2005 selbst für seine Linkspartei um das Saarbrücker Mandat beworben – und scheiterte. Dass Lafontaine diesmal die Direktkandidatur dem Linke-Bundestagsabgeordneten Volker Schneider überließ, galt als Hinweis darauf, dass er sich auch im zweiten Versuch keine Chancen gegen die SPD-Frau ausrechnete. Auch dieses Mal lag der Linke-Kandidat klar hinter Ferner. Aber gestern ging eine Rechnung auf, auf die die CDU bereits vor vier Jahren setzte: SPD und Linke schwächen sich gegenseitig so sehr, dass die CDU-Kandidatin mit einem knappen Drittel der Stimmen als lachende Dritte dasteht. Volker Schneider holte 31 945 Stimmen (22,2 Prozent).

Für die Sozialdemokratin Elke Ferner stimmten 43 737 der 146 713 Menschen, die gestern im Wahlkreis Saarbrücken ihr Kreuzchen machten. Das waren 30,4 Prozent der Wähler. Das reichte diesmal nicht. Die Konkurrentin von der CDU, Anette Hübinger, holte 2011 Stimmen mehr und mit 31,8 Prozent der Stimmen das Direktmandat. Beide Politikerinnen lagen mit dem Erststimmenergebnis klar über dem Resultat ihrer Parteien. Die SPD holte im Wahlkreis Saarbrücken 23,9, die CDU 26,5 Prozent der Stimmen.

Anders als vor vier Jahren sieht es diesmal so aus, als würde Hübinger sich ganz auf ihr Bundestagsmandat konzentrieren wollen. In der abgelaufenen Legislaturperiode hatte sie neben dem Bundestagsmandat ihr Ehrenamt als Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Halberg ausgeübt. Gestern Abend schloss Hübinger nicht aus, dass sie dieses Amt niederlegt. Sie werde „sehen, wie sich die Dinge in Berlin entwickeln“, und dann eine Entscheidung treffen, sagte sie. Wie sich die Dinge in Berlin entwickeln, ist auch den Wählern in Saarbrücken wichtig. Ganz oben steht für Gabi Hauf das Thema Mindestlohn: „Die Leute müssen wieder von ihrem Verdienst leben können.“ Fred Breit fordert: „Wir brauchen schnellstens ein Gesetz, das den Mindestlohn regelt und wieder ein vernünftiges Arbeits-Lohn-Verhältnis.“

Gastwirt Serdar Küman hofft, dass die soziale Komponente wieder stärker in den Vordergrund rückt: „Die Leute haben weniger Geld in der Tasche als früher.“ Er wünscht sich außerdem, dass die neue Regierung ihre Schwerpunkte auf die Gesundheits- und Familienpolitik legt. Wilfried Klein meint: „Die neue Regierung muss aufpassen, dass Banker und Finanzjongleure nicht wieder die gleichen Fehler wie vor der Finanzkrise machen.“ Er glaubt, erkannt zu haben: „Es geht schon wieder genauso los wie damals.“

Saskia Schmidt durfte gestern noch nicht wählen. Die 17-Jährige begleitete ihre Eltern ins Wahllokal nach Alt-Saarbrücken: „So kann ich mir schon mal ein Bild davon machen, was mich in einigen Jahren erwartet.“ Beim Internet-Wahl-O-Mat hat sie schon mitgemacht. „Der hat mir fast nur Parteien aus der Sparte ,Sonstige' vorgeschlagen.“ Ob die angehende Jungwählerin dem Rat bald folgt, sagte sie gestern nicht.  Von Martin Rolshausen und Andreas Lang 
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