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Aus für Sozialkaufhäuser in Burbach und Malstatt

Die Sozialkaufhäuser in Burbach und Malstatt stehen vor dem Aus. Das teilte Karin Riga am Donnerstagabend dem Bezirksrat West mit, der sich um den Burbacher „Marktladen“ sorgt. Zurecht, wie die Ankündigung der Geschäftsführerin des Zentrums für Bildung und Beruf (ZBB) jetzt unterstreicht.

Wie das Malstatter Projekt „ Pippi Langstrumpf “ ist auch der Burbacher „Marktladen“ eine Einrichtung, um Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Bisher hat ihnen der sogenannte zweite Arbeitsmarkt eine Plattform geliefert, sich an einen Arbeitsrhythmus zu gewöhnen. Wichtig war auch die Wertschätzung, indem sie als sogenannte Ein-Euro-Jobber die Unterstützung des Jobcenters etwas aufbessern konnten.

Jetzt aber reduziere das Jobcenter solche Maßnahmen, informierte Riga. Sie erklärte, dass das Jobcenter zum April nur noch zehn von einst bis zu 20 Teilnehmern für die beiden Projekte bewilligt habe, im Juli stehe eine weitere Reduzierung auf acht Teilnehmer an. Das heiße nicht nur, dass kaum noch genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, um die Regel-Geschäftszeiten abzudecken, sagte die Geschäftsführerin. Weit schlimmer sei die Tatsache, dass das Jobcenter dem ZBB weniger Geld pro Ein-Euro-Jobber überweise. Das bedeute, dass die Sozialkaufhäuser nicht mehr kostendeckend betrieben werden können. Riga: „Wir können dann noch nicht einmal die Mieten für die Ladenlokale erwirtschaften.“ Ihr Alternativkonzept steht bereits: „Wir werden die beiden Läden aufgeben und am Standort am Holzbrunnen zusammenziehen.“ Dort würde das neue Sozialkaufhaus Nachbar des städtischen Wertstoffhofes. Die verbliebenen Ein-Euro-Jobber könnten dort eingesetzt werden.

Doch was ist mit den Menschen in den Stadtteilen, die auf die Sozialkaufhäuser als günstige Einkaufsmöglichkeit angewiesen sind? Schließlich war vor allem die Nähe zwischen dem Burbacher „Marktladen“ und der Tafel am Rande des Burbacher Marktes ausdrücklich gewollt. „Stand jetzt wollen wir einen Busshuttle-Dienst einrichten, damit die Möglichkeit des günstigen Kaufens erhalten bleibt“, erläuterte Riga den Fraktionen im Bezirksrat West. Ob damit aber auch der Aspekt der Sozialkaufhäuser als lokaler Treffpunkt erhalten bleibt, bezweifeln alle Beteiligten. Der politischen Situation geschuldet, seien die aktuellen Pläne allerdings „alternativlos“, wie Riga sagte: „Wenn immer mehr Plätze eingespart werden, können wir nur noch reagieren.“ Wenigstens sei die Talsohle durchschritten, habe sie in Gesprächen mit dem Jobcenter erfahren. Riga: „Wenn sich die Möglichkeit wieder ergibt, würde ich wieder solche Sozialkaufhäuser einrichten, auch in Burbach .“
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