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Ausländer gesucht: 14 000 Lehrstellen im Handwerk frei

Berlin. Das Handwerk sucht händeringend Nachwuchs. 14 000 Plätze sind noch unbesetzt. Die Blicke richten sich daher nun verstärkt auf die europäischen Krisenstaaten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit: „Wir suchen nach Wegen, wie wir Jugendlichen aus Spanien und Portugal eine Ausbildung in Deutschland ermöglichen können“, sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler.

Ab heute treffen sich in Kaiserslautern die Hauptgeschäftsführer der 53 Handwerkskammern in Deutschland zu ihrer zweitägigen Herbstkonferenz. Ein Thema wird dabei der grassierende Lehrlingsmangel sein. Bereits vor vier Jahren hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) einen ersten Integrationsatlas vorgelegt, in dem die Handwerkskammern ihre Aktivitäten für die Gewinnung von Migranten als Azubis vorstellten. Jetzt wird auf der Konferenz erneut Bilanz gezogen werden.

Laut der unserer Zeitung bereits vorliegenden Umfrage gehen inzwischen 80 Prozent der Kammern gezielt auch auf Migranten zu, um sie für eine Ausbildung zu gewinnen. Vor allem in den Bezirken, in denen es große Migrantengruppen gibt. Rund 46 Prozent bieten dabei spezielle Fördermaßnahmen an, 66 Prozent haben Integrationsprojekte initiiert oder sind in solche eingebunden.

In jeder zweiten Kammer sind inzwischen Berater mit Migrationshintergrund tätig. Das zahlt sich offenbar aus: 57 Prozent der Kammern geben an, dass die Ausbildungsbeteiligung von Einwanderern in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist. Nur neun Prozent melden einen Rückgang. Die Zahlen seien ein „eindrucksvoller Beleg“ für das Engagement des Handwerks im Bereich der Integration, so Kentzler. Sein Satz, „der Meister der Zukunft ist ein Türke“, habe nach wie vor Gültigkeit. Viele Menschen mit ausländischer Herkunft hätten diese Einladung offenkundig verstanden. Die hohe Zahl der offenen Lehrstellen erhöhe auch die Chancen für schwächere Bewerber.

Wegen der angespannten Fachkräftesituation wollen die Betriebe nun auch direkt im Ausland für eine Ausbildung in Deutschland werben. Laut Erhebung haben 58 Prozent der Kammern schon Initiativen zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte und Auszubildender in ihren Heimatländern ergriffen.

„Die Hürden liegen vor allem in der Sprache und der Kultur“, sagt Kentzler. Derzeit engagiere man sich vor allem in Spanien und Portugal. Dort liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 35 Prozent, in Spanien bei über 54 Prozent. Darüberhinaus werben einige Kammern auch schon in Polen und Tschechien.

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