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„Aussteiger erhalten regelmäßig Morddrohungen“

Der Mitbegründer des Archivs der Jugendkulturen in Berlin, Klaus Farin, hat den Medien eine Dämonisierung der Jugendlichen vorgeworfen. „Die heutige Jugend ist die bravste, die es jemals gegeben hat“, sagte der Experte für Jugendszenen bei einer Fachtagung in Saarbrücken. „Das von den Medien verbreitete und von vielen Menschen für bare Münze genommene Bild des gefährlichen, gewaltbereiten, drogen- und sexsüchtigen Jugendlichen ist falsch.“ Farin sprach bei der Tagung zum Thema „Rechtsradikale in Jugendkulturen“ in der Arbeitskammer. Die Konferenz wurde von der DGB-Jugend Saar, dem Café Exodus, dem Jugendbüro „Jupp“ der Gemeinde Schmelz und dem Jugendzentrum Försterstraße ausgerichtet.

Die vier Organisationen sind hauptverantwortlich für die Veranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus, in deren Rahmen es vom 8. bis zum 28. März saarlandweit ein buntes Programm gibt. Rassismus sei gesamtgesellschaftlich ein Problem, das sich auch in Jugendkulturen widerspiegele, sagte Farin. Den Jugendlichen Alternativen zu Rassismus und Gewalt aufzuzeigen, sie jedoch in ihrer Freiheit nicht zu stark einzuschränken, sieht Farin als wichtige Aufgabe der Jugendarbeit. Bernd Wagner, Leiter der Aussteiger-Initiative „Exit“, die deutschlandweit Menschen dabei hilft, mit dem Rechtsextremismus zu brechen und sich ein neues Leben aufzubauen, berichtete von den Werdegängen der Neonazis. Er beleuchtete auch die Schwierigkeiten, die bei einem Ausstieg aus der rechten Szene zu erwarten sind. „Die Aussteiger und auch wir von Exit erhalten regelmäßig Morddrohungen“, sagte Wagner. „Bei dieser Arbeit muss man ein dickes Fell entwickeln.“

Martin Bauer vom Café Exodus freut sich im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vor allem auf den Kurzfilmwettbewerb mit dem Titel „I have a dream .?.?.“ , bei dem Amateurfilmer noch bis zum 12. März Kurzfilme und Videoclips zum Thema Rassismus einreichen können. Die besten Filme erhalten Preisgelder von insgesamt 1234 Euro und werden auf der Abschlussveranstaltung der anti-rassistischen Wochen in der Camera Zwo in Saarbrücken gezeigt.

Weitere Informationen zu dem Kurzfilmwettbewerb im Internet unter www.cafe-exodus.de


 

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