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Autoexperten: Technik-Schwenk kostet im Saarland 30 000 Jobs

Pascal  Strobel

Pascal Strobel

Die Forderung, ab 2030 keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr zuzulassen, löst bei Vertretern der saarländischen Automobilwirtschaft Entsetzen aus. „Das wäre der Todesstoß für das Saarland“, ist Armin Gehl, Geschäftsführer des grenzüberschreitenden Netzwerks „Autoregion“, überzeugt. In der Großregion Saarland, Ostfrankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz seien rund 120 000 Menschen damit beschäftigt, Produkte herzustellen, die bei einem reinen Elektroantrieb nicht mehr gebraucht würden. Im Saarland geht Gehl von 30 000 Jobs aus, die in Gefahr wären. Darüber hinaus sei die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien „extrem energieintensiv und die Entsorgung dieser Akkus überhaupt nicht gelöst“. Gehl ist daher davon überzeugt, dass diese Vorgaben „in ein Desaster führen“.

Pascal Strobel, Leiter des Netzwerks „automotive.saarland“, vertritt die Auffassung, dass der massenhafte Ausbau der Elektromobilität der Umwelt mehr schadet als nützt. Denn der Strom, mit dem die Akkus aufgeladen würden, stamme in Deutschland zum größten Teil aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Deren Ausstoß an CO müsse bei der Öko-Bilanz der Elektroautos berücksichtigt werden. Würde eine solche Gesamtrechnung aufgemacht, „hat der Verbrennungsmotor mit Abstand die Nase vorn“. Außerdem sei das Einsparpotenzial bei Benzin- und Dieselmotoren „noch längst nicht ausgeschöpft“.

Auch CSU-Chef Horst Seehofer und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ( CSU ) haben einem Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030 eine klare Absage erteilt. „Ich habe nicht die Absicht, die Axt an die Wurzel einer Schlüsselindustrie zu legen“, sagte Seehofer. Dobrindt sagte: „Ein komplettes Aus von Verbrennungsmotoren ab 2030 ist vollkommen unrealistisch.“ Das Datum sei „einfach Unsinn“.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ( SPD ) unterstützt hingegen die Forderung, ab 2030 keine neuen Benzin- und Dieselautos mehr zuzulassen. „Pkw, die im Jahr 2030 neu verkauft werden, sollten emissionsfrei betrieben werden können“, teilte Hendricks mit. Es sei wichtig, dass die deutsche Automobilwirtschaft sich rechtzeitig auf die neuen Herausforderungen einstelle.

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