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Autofahrer ärgern sich über Saarbrücker Ampeltest

Saarbrücken. Eine Viertelstunde für 200 Meter im Auto. »Direkt Weltstadtformat« habe das, zürnt Wolfgang Kosiolek. Aber das habe auch einen Vorteil: Wer im Auto sitzt und nicht fährt, kommt zum Nachdenken. Und zum Rechnen. Weil Busse an der Landesversicherungsanstalt (LVA) zwischen Egon-Reinert- und Richard-Wagner-Straße zurzeit durch eine besondere Ampelschaltung Vorrang haben und es dadurch zu Staus für Autofahrer kommt, habe sich seine Fahrzeit von der Arbeit nach Hause »glatt verdoppelt«, sagt Kosiolek.

Vorfahrt für Busse auf bestimmten Strecken

In einem Modellversuch wird zurzeit getestet, ob es sinnvoll ist, Bussen auf bestimmten Strecken in der Stadt Vorfahrt einzuräumen. Dazu werden Ampeln für Busse auf grün geschaltet - automatisch, wie die Sprecherin von Saarbahn&Bus, Sarah Schmitt sagt, nicht dadurch, dass ein Busfahrer auf eine Fernbedienung drückt.

Betroffen ist die Strecke, auf der Busse vom Ilseplatz auf dem Rotenbühl durch die Scheidter Straße und die Richard-Wagner-Straße zur Wilhelm-Heinrich-Brücke unterwegs sind, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Noch etwa drei Wochen werde diese Testphase dauern, sagt er. Ziel sei »ganz klar die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs«. Wobei die Stadt dieses Ziel nicht um jeden Preis verfolge. Genau deswegen werde das Ampelsteuerungssystem ja nun getestet.

Wann sinnvoll, wann kontraproduktiv?

»Wir wollen so feststellen, zu welchen Zeiten das sinnvoll ist, wann kontraproduktiv«, erklärt Blug. Man wolle sehen, »ob es zu unzumutbaren Staus kommt« und »ob wir das System nicht zu Verkehrsspitzenzeiten besser ausschalten«. Aber um das festzustellen, müsse man eben einen Test machen. Das bedeutet für ein paar Wochen: »Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Staus kommt«, sagt Blug.

Unnötig lange Grünphasen

»Vielen Dank dafür, denn so konnte ich mir so meine Gedanken machen«, hat Autofahrer Wolfgang Kosiolek in diesen Tagen an die Stadtverwaltung geschrieben. Zufrieden sei er mit dem Ergebnis dieses Nachdenkens allerdings nicht. Er habe sich zum Beispiel die Zeit genommen, sich das Ganze vom Bürgersteig aus anzusehen und die Länge der Grünphasen zu messen.

»Fazit: Meines Erachtens ist die Grünphase der Martin-Luther-Straße Richtung stadteinwärts immer unnötig zu lang (manchmal passieren sekundenlang gar keine Autos diese Ampel)«, schreibt er. Wenn nun auch noch ein Bus mit Vorrangschaltung komme, sei diese Grünphase noch länger.

»So hatte der auslösende Bus die Haltestelle vor dem Lokal Römerbrünnchen gegenüber der LVA schon wieder verlassen, als die Ampel an der Tankstelle immer noch grün für seine Fahrtrichtung zeigte«, hat Kosiolek beobachtet. Seine Erkenntnis: »Dann verwundert es nicht, dass sich der Querverkehr zurückstaut.«

Ende der Schlange schon gar nicht mehr genau zu orten

Er rede hier nicht von kleineren Staus, wie sie immer mal vorkommen, betont Kosiolek. Als er mit seinem Auto vor dem Parkhaus der LVA im Stau stand, habe er »im Rückspiegel das Ende der Schlange schon gar nicht mehr genau orten können«, sagt er. Mindestens bis zum Sachsenweg habe sich der Verkehr gestaut.

Kosiolek spricht aus, was andere Autofahrer auch befürchten: »Die Stadt wird durch diese neue Ampelschaltung noch unattraktiver für Autofahrer.«

Der Stadtpressesprecher verspricht: Das wolle die Stadt nicht. Man werde bei der Auswertung des Tests auch die Interessen der Autofahrer berücksichtigen

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