A8 Saarlouis Richtung Neunkirchen Zwischen AS Heusweiler und Kreuz Saarbrücken Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn, Gefahr durch defektes Fahrzeug totes Tier auf der Überholspur (21.11.2017, 23:34)

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Autofahrer haben Billig-Parkhaus am Bahnhof bislang nicht entdeckt

Im Quartier Eurobahnhof wurde vor kurzem ein Parkhaus mit
450 Stellplätzen fertig, wo das Parken pro Stunde einen
Euro kostet. Angenommen wird dies von den Autofahrern bislang noch nicht.

Im Quartier Eurobahnhof wurde vor kurzem ein Parkhaus mit 450 Stellplätzen fertig, wo das Parken pro Stunde einen Euro kostet. Angenommen wird dies von den Autofahrern bislang noch nicht.

Wie wird ein neues Parkhaus bekannt? Wie füllt es sich mit Autos? Spricht sich sein Vorhandensein von allein herum, und wie lange dauert das? Oder muss man Reklame machen? Jürgen Schäfer, Chef der Saarbrücker GIU (Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung), hat sich über den schwachen Start des neuen städtischen Parkhauses „Europa-Allee“ am Quartier Eurobahnhof noch kein abschließendes Urteil gebildet. Es sei „schwer vorherzusagen“, wann es sich fülle, sagt er.

Fast alle Stellflächen sind frei

Tatsache ist: Gut zwei Wochen nach Inbetriebnahme (am 12. Mai) kann der Autofahrer sich fast beliebig eine der 455 Stellflächen aussuchen, denn das Objekt steht nahezu leer.

An seinen Qualitäten sollte das nicht liegen: Es ist von den Autobahnen A 1 und A 623 über den Ludwigsbergkreisel schnell anzufahren, ohne in die Kernstadt fahren und Staus befürchten zu müssen.
Fast trockenen Fußes ist man durch neue Nordportal des Bahnhofes in drei Minuten an der Europa-Galerie. Mit 50 Cent je angefangener halber Stunde – Tageshöchstsatz acht Euro – gehört das rund um die Uhr sieben Tage pro Woche geöffnete Parkhaus zu den günstigsten der Stadt.

Wie ein Praxistest ergab, ist es auch überdurchschnittlich leicht zu befahren. Allenfalls bei der etwas engen Einfahrt – Kollisionsgefahr vorn rechts mit der seitlichen Abgrenzung aus Metall – ist etwas Vorsicht angebracht, sonst sind die erfreulich breiten Rampen auch für ungeübte Fahrer leicht zu meistern. Dies gilt umso mehr, als die sechs Stockwerke in zwölf Halbebenen („Split-Level-Bauweise“) geteilt sind. Die Rampen überwinden so jeweils nur ein Gefälle von 1,40 Metern.

Die Einfahrthöhe von zwei Metern sowie die Stellflächen mit einer Breite von 2,50 Metern entsprechen gehobenem, vom Fachverband ADAC gesetzten Standard. Die Stellplätze sind bequem anzufahren, weil keine Pfeiler oder Stützen im Weg stehen. Die Markierungen sind in gelber Farbe gehalten und gut zu erkennen.
Für Fußgänger ist das Haus über zwei Treppenhäuser, davon eines mit Fahrstuhl, erschlossen. Anders als von der GIU behauptet, ist das Parkhaus nicht barrierefrei, sondern allenfalls eingeschränkt barrierefrei. Um an den außen gelegenen Fahrstuhl zu gelangen, ist nämlich auf jedem Stockwerk das Überwinden der feuerhemmenden Tür nötig.

Die wenigsten Rollstuhlfahrer bringen die nötige Kraft und Geschicklichkeit auf; sie sind auf Hilfe angewiesen, es sei denn, sie führen auf der Fahrbahn, die den Autos dient. Dies ist aber laut der hier gültigen Straßenverkehrsordnung verboten. Da im Fahrstuhl die Stockwerke nicht angesagt werden, ist ihre Benutzung durch Sehbehinderte eingeschränkt. Die beiden Fahrkartenautomaten arbeiten dreisprachig (deutsch, französisch, englisch), irritieren aber auch den Deutschsprachigen. Eine von drei Tasten ist mit „Verl. Ticket“ beschriftet. Auflösung: Wer seinen Parkschein nicht mehr hat, erfährt durch Betätigen, dass er acht Euro schuldig ist. Beim bargeldlosen Bezahlen ist nur die EC-Karte einsetzbar, gängige Kreditkarten nicht – an einem Euro-Bahnhof reicht das nicht.

Toilette fehlt

Bei unseren Tests verweigerten die Automaten zweimal das Ausdrucken von Quittungen. Da tagsüber Personal anwesend ist, lässt sich solch ein Mangel direkt vortragen und bereinigen. Eine Ruftaste soll sogar rund um die Uhr Erreichbarkeit eines Helfers gewährleisten. Trotz seines goldfarbenen Anstrichs, der Luxus suggeriert, hat das neue städtische Parkhaus keine Toilette.

Der Verzicht erspart dem Betreiber enormen Reinigungs- und Kostenaufwand, bringt aber den eiligen Reisenden in Zwangslagen, zumal rundum keine Gastronomieszene angesiedelt ist, in die er ausweichen könnte.
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