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Autos geklaut und abgefackelt: Junge Serientäter in Zweibrücken angeklagt

Großer Erfolg für die Zweibrücker Polizei: Ermittlungen in einer Diebstahl- und Sachbeschädigungsserie, in deren Verlauf vergangenen November auch ein dreirädriger Mini-Werbe-Laster vor dem Badeparadies geklaut, abgefackelt und zwischen der Gleiwitz- und der Schwalbenstraße abgestellt worden war, haben sie auf die Spur zweier jugendlicher Serientäter gebracht. Der Mann (19 Jahre alt) und die Frau (21) haben jede Menge auf dem Kerbholz, weshalb die Zweibrücker Staatsanwaltschaft eine umfangreiche Anklage erhoben hat. Der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer listet auf: Zwischen dem 24. April 2013 und dem 7. Januar 2014 soll die Frau 18 Diebstähle begangen haben, darunter elf schwere, also Einbruchdiebstähle (etwa Autoklau). Der Mann soll 15 Mal geklaut haben, darunter werden ihm acht Einbruchdiebstähle zur Last gelegen – teilweise soll er zusammen mit der 21-Jährigen auf Beutezug gegangen sein und überdies zweimal ohne Führerschein hinterm Steuer gesessen haben. Außer dem abgefackelten Mini-Laster, den die Frau alleine angezündet haben soll, geht ein ausgebrannter VW Golf auf das Konto der beiden zusammen. Am Samstag, 16. November 2013, hatten Passanten gegen 5.30 Uhr das in Flammen stehende Auto auf einem Acker am Wattweiler Mölschbacherhof gemeldet (wir berichteten). 14 Feuerwehrleute waren schnell da, konnten das vollständige Abbrennen aber nicht verhindern. Die Beschuldigten sollen damals erst auf einem Rimschweiler Parkplatz die Seitenscheibe eines Nissan Micra eingeschlagen, das Zündschloss kurzgeschlossen haben und mit ihm nach Webenheim gefahren sein. Dort blieb das Auto in der Bliestalstraße offenbar liegen, woraufhin die beiden ein Stück weiter in der Wattweiler Straße auf dem „Roten Platz“ den VW Golf knackten, mit ihm Richtung Zweibrücken fuhren und ihn schließlich abfackelten.

Der 19-Jährige sitzt laut Leitendem Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer seit Ende März in Untersuchungshaft. Bayer: „Unklar ist nun, wie die beiden zu bestrafen sind.“ Die Frau habe vier Taten als Heranwachsende, den Rest als Erwachsene begangen. Daher könnte für jedes Vergehen eine Strafe ermittelt und diese zusammengezählt werden. Für schweren Diebstahl drohen jeweils drei Monate bis zehn Jahre Haft, für normalen eine Geldstrafe bis fünf Jahre Freiheitsstrafe. Der Mann hat alle Taten als Heranwachsender begangen. Ob er bei der Strafhöhe dennoch wie ein Erwachsener zu behandeln ist, stehe noch nicht fest. Eine wichtige Rolle spiele hier eine obligatorische Stellungnahme des Jugendamtes. Bayer: „Vertreter des Amtes erstatten Bericht, erzählen über den Werdegang der Beschuldigten und ob ihrer Ansicht nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anzuwerden ist.“ Das Gericht entspräche dieser Empfehlung in der Regel, so Bayer.

Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Anklage beim Amtsgericht erhoben, dieses hat laut Behördenleiter Klaus Biehl die Akte aber ans Landgericht weitergeleitet, weil sie zu umfangreich war. Dem Landgericht liegt sie seit dem 15. Mai vor, bestätigt Sprecher Uwe Fischer. Die Jugendkammer dürfte nun prüfen, ob sie den Fall übernimmt und wann die Verhandlung beginnt.
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