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Axtmord Klarenthal: Geliebte von Knut J. muss lebenslang in Haft

Saarbrücken. „Das Urteil ergeht im Namen des Volkes: Die Angeklagte wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.“ Als der Vorsitzende des Schwurgerichts, Wendel Wintrich, gestern um 14 Uhr die Entscheidung im Fall des so genannten Terrassenmordes von Klarenthal verkündete, schien die Zeit für einen Moment still zu stehen. Die Angeklagte Janine R. zuckte kurz auf und wurde rot – dann hatte die 32 Jahre alte, dunkel gekleidete Frau mit den kurzen Haaren sich wieder im Griff und hörte der Urteilsbegründung aufmerksam und ohne sichtbare Regung zu.

Tatmotiv Habgier

„Die Kammer ist von der Schuld der Angeklagten überzeugt“, sagte der Vorsitzende in diesem Moment in den mit Zuschauern und Journalisten voll besetzten Sitzungssaal. Janine R. habe in der Nacht zum 1. Oktober 2009 ihren 47 Jahre alten Lebensgefährten Knut J. mit dessen eigener Axt erschlagen, als er auf der Terrasse lag und schlief. Tatmotiv für diese heimtückische Tat sei Habgier gewesen.

Früher Entschluss

Die Strafrichter, die Janine R. im April gemäß damaliger Aktenlage noch aus der Untersuchungshaft entlassen hatten, weiter: Dieser Schuldspruch sei das Ergebnis des fast drei Monate währenden Indizienprozesses seit Anfang Juni, dessen umfangreicher Beweisaufnahme und der so gewonnenen Erkenntnisse. Danach habe die Mutter zweier Kinder, die von Hartz IV lebt, offenbar schon relativ früh den Entschluss gefasst, ihren neuen Lebensgefährten Knut J. zu töten. Obwohl sie keinen Schulabschluss, keinen Beruf und kein Geld hatte, habe sie ihm vorgespielt, sie sei reich. Und sie machte ein Testament zu Gunsten des neuen Mannes in ihrem Leben.

Daraufhin habe der frisch geschiedene Knut J. sie ebenfalls als Alleinerbin für sein Vermögen eingesetzt. Konkret sei es um ein fast abbezahltes Haus im Nordsaarland gegangen, diverse Gegenstände wie ein Boot an einem französischen Weiher und eine Lebensversicherung über 41 000 Euro.

Angeklagte pocht auf ihre Unschuld

Dies alles habe die Angeklagte haben wollen, so die Richter: In der Tatnacht habe sie Handschuhe angezogen, die Axt geholt und Knut J. mit sechs Schlägen auf den Kopf getötet. Dann habe sie die Spuren beseitigt. Am Morgen danach habe sie den Notruf gewählt und später erzählt, sie habe im Haus geschlafen und nichts von der Bluttat auf der Terrasse bemerkt. Dies glaubten ihr die Richter am Ende nicht. Noch im Sitzungssaal wurde die Angeklagte verhaftet. Sie pocht auf ihre Unschuld und wird das Urteil anfechten.

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