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Ayurveda am Königshof: Von Lebach nach London

Thomas Müller

Thomas Müller

Lebach/London. Zigtausende Ärzte und Heiler auf der ganzen Welt fühlen den Puls und betrachten Zungenbeläge. Dann sind sie etwas klüger, aber wohl selten erhalten sie so tiefe Erkenntnisse, dass die Behandelten ins Schwärmen oder wenigstens Grübeln geraten. Thomas Müller macht mehr aus diesen Untersuchungen. Er sagt den Leuten auf den Kopf zu, was ihnen fehlt und was sie tun könnten, um sich besser zu fühlen. Wobei er es vermeidet, missionarisch oder dogmatisch daher zu kommen. Er befiehlt nicht, er rät nur, „will die Menschen auf deren eigener Reise unterstützen“. Der 44-Jährige aus Lebach-Steinbach, der vor 24 Jahren seine Postlaufbahn drangab und sich in die 5000 Jahre alte indische Heilkunst vom langen Leben, Ayurveda, vertiefte, hat es zur Kapazität auf seinem Gebiet gebracht. In vielen Ländern praktizierte er schon Ayurveda und half Kliniken einzurichten.

Vor kurzem hat Thomas Müller sich im Londoner Ärzte-Viertel Harley Street mit einer Privatpraxis in ein „ganzheitliches“ medizinisches Zentrum („Wholistic Medical Center“) eingemietet. Er hätte es (etwa in Indien oder Neuseeland) leichter haben können, wie er bei einem der seltenen Heimatbesuche berichtet, denn Ayurveda-Therapeuten werden auch in England von der Schulmedizin geschnitten. Doch vor vielen Jahren hatte ein hellsichtiger Vertrauter dem jungen Müller voraus gesagt, dass er es mal in London zu etwas bringen könnte. Und so ging der mutige Lebacher die Aufgabe beherzt an, zumal er eine anerkannte Ärztin an der Seite hat. Seine Praxis besteht im wesentlichen aus einer Art „Hexenküche“, in der Pasten und Kräutermischungen entstehen – Nahrungsergänzungen für die Patienten.

Die Behandlungen sind nicht billig, aber dennoch ist der im Gespräch stets zurückhaltende Müller nicht vermögend, wie er versichert.

Er lebt ein komfortables Leben, besucht regelmäßig Theaterveranstaltungen am Westend und bewohnt ein Appartement in guter Lage, leistet sich aber sonst keinen Luxus. Er verzichtet auf ein Auto und bevorzugt es, die Stadt mit dem Rad zu durchmessen. Zu seinen Patienten zählen dem Vernehmen nach auch etliche prominente Persönlichkeiten, sogar Mitglieder der königlichen Familie seien darunter.

Nein, versichert er, er werde niemals Namen seiner Patienten nennen. Nur so viel: Vier Tage habe er kürzlich auf Schloss Windsor verbringen dürfen, ein unvergessliches Erlebnis unter aufgeschlossenen, freundlichen Personen, die anders seien, als man sie aus dem Fernsehen kenne.

Thomas Müller sieht sich noch lange nicht am Ende seiner Laufbahn. In London möchte er ein Restaurant eröffnen, in Indien ein eigenes Gesundheitszentrum. Demnächst erscheint sein erstes Ratgeber-Buch: „Lebst du dein Leben oder lebt dein Leben dich?“ Für den gottgläubigen Freigeist steht fest: Die meisten Menschen trauen sich zu wenig und delegieren zu viele Entscheidungen an andere.

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