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B 269: Jetzt kann der Verkehr rollen

Überherrn. Ein Jahrhundertbauwerk? „Sie haben richtig gehört“, sagt Überherrns Bürgermeister Bernd Gillo (CDU) über die Bundesstraße 269 neu. Deshalb sei die vollständige Freigabe der Strecke nach acht Jahren Bauzeit auch ein „Jahrhundertereignis“, meinte der Verwaltungschef gestern vor hunderten Bürgern und politischen Würdenträgern. Die Strecke verbindet auf neun Kilometern das deutsche und das französische Autobahnnetz und entlastet die Gemeinde Überherrn vom Durchgangsverkehr. Schon seit den 1960er Jahren, berichten Anwohner, habe es immer wieder Diskussionen über die Verbindung gegeben. Jetzt ist sie da. Der Bürgermeister sagt, für seine Gemeinde gehe ein Traum in Erfüllung.

Doch der Neubau, für den Reinhard Klimmt (SPD) in seiner kurzen Amtszeit als Bundesverkehrsminister im Jahr 2000 die Voraussetzungen geschaffen hatte, ist weit mehr als ein lokales Thema. Es handele sich um den größten Straßen-Neubau im Saarland seit dem Weiterbau der A?8 nach Luxemburg, sagte Verkehrsminister Heiko Maas (SPD). Und er wagte die Prognose: „Ein so großes Straßenbau-Projekt wird es im Saarland wahrscheinlich nicht mehr geben.“ Auch der Berliner Abgesandte ließ sich von der Begeisterung anstecken. Die Strecke sei nicht nur ein Stück Asphalt, sondern lasse Deutschland und Frankreich weiter zusammenrücken, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer (CSU).

Maas und Scheuer waren sich einig, dass der Neubau nicht nur den Bürgern in Überherrn hilft, durch deren Ortschaften nun weniger (Schwerlast-)Verkehr rollt, sondern auch der Wirtschaft in der Region. „Der Neubau stärkt den Wirtschaftsstandort Saarland durch eine schnellere Verkehrsanbindung für potenzielle und bereits realisierte Ansiedlungen von Unternehmen“, erklärte Maas. Unternehmen wie der Logistikkonzern Dachser haben sich bereits an der B269 neu angesiedelt.

Rund 80.000 Tonnen Asphalt hat der Landesbetrieb für Straßenbau verbaut. Der Naturschutzbund kritisiert, es sei zu wenig getan worden, um den Einschnitt in die Natur in der Bistaue „funktional“ zu kompensieren. Bei der ganzen Begeisterung für die neue Strecke mochten gestern aber nicht einmal die Grünen meckern. Zwar werde die Bistaue, ein Feuchtgebiet, von einer Schnellstraße durchschnitten, obwohl es auch eine andere Trassenführung gegeben hätte, meinte Generalsekretär Markus Tressel. „Sei es drum: Die B269 neu ist eine echte Entlastung, das freut mich  für die Betroffenen!“
 
Auf einen Blick
Die Bundesstraße 269?neu ist neun Kilometer lang und kostete 50 Millionen, die vom Bund gezahlt werden. Die Strecke führt von der A?620 bei Ensdorf/Saarlouis-Lisdorf bis zur deutsch-französischen Grenze und geht dort auf die Neubaustrecke Route National 33 (Ortsumgehung Creutzwald) über, die zur französischen Autobahn A?4 führt.
Zwei Teilabschnitte waren bereits für den Verkehr freigegeben: der 3,6 Kilometer lange Abschnitt von der A?620 zum Gewerbegebiet Häsfeld bei Überherrn (2007) und der 2,6 Kilometer lange Abschnitt von der Grenze zur Landstraße 168 zwischen Differten und Überherrn (2009). Gestern nun wurde der 2,8 Kilometer lange Lückenschluss im Bereich der Bistaue (Hofgut Linslerhof) freigegeben. kir





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