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Badesalz in der Saarbrücker Congresshalle

Saarbrücken. Am Ende bedankt sich Henni Nachtsheim nicht nur artig bei den guten Geistern von Ton, Licht und Verkaufsstand, sondern auch beim Publikum - dafür, dass es die Congresshalle gefüllt hat. Selbstverständlich ist das nicht, das weiß er. Denn kommerziell haben zurzeit die Komiker-Kollegen die Nase vorn, die endlos Geschlechterklischees wiederkäuen (Mario Barth), die trainingsanzugtragende Einfalt zelebrieren (Cindy aus Marzahn) oder mit spätpubertärer Rotzlöffeligkeit die Saarlandhalle ausverkaufen (Oliver Pocher).

Badesalz waren da stets vielschichtiger - verbinden Nachtsheim und Gerd Knebel doch Klamauk und Kalauer mit Hintersinn, Absurdem und einem manchmal bösartig klaren Blick auf das menschlich Banale.

Das neue Programm "Bindannda!" lässt einen Dosenfabrikanten (Nachtsheim) mit einem Billig-Gleitschirm im Nirgendwo notlanden. Der einzige Mensch weit und breit ist ein merkwürdiger Mann namens Noah (Knebel). Der wähnt die Niederkunft Außerirdischer und will als Willkommensgruß eine Schachtel mit den Errungenschaften menschlicher Kultur füllen - der Aufhänger für zungenakrobatische Hessisch-Übersetzungen, den Entwurf einer Vorabendserie auf Basis von Udo-Jürgens-Schlagern und ein Volkslied, das der Atomkraft huldigt. Durchweg lustig ist das Ganze, vor allem eine Parodie auf ödes Polit-Kabarett im "Der kleine Mann zahlt die Zeche"-Reflexmodus.
 
Dennoch: Dem Programm würden eine kleine Straffung und eine Zuspitzung nicht schaden. Denn besonders gut sind Badesalz, wenn Sie vom Klamauk abheben und im Surrealen landen oder wenn Gerd Knebel hinter dem leutseligen Hessenklang eine zackige Bedrohlichkeit aufblitzen lässt. Dafür bietet das Programm zu wenig Raum. Aber wie auch immer: Gut, dass es die beiden noch gibt - gerade in Comedy-Zeiten wie diesen. tok

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