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Badewannen-Prozess: "Kratz-Gutachten" belastet Angeklagten

Im  Prozess gegen einen Kraftfahrer, der seine Ehefrau in der Badewanne getötet haben soll,  kamen die Homburger Gerichtsmediziner am Dienstga (06.11.2012) zur Sprache.

Im Prozess gegen einen Kraftfahrer, der seine Ehefrau in der Badewanne getötet haben soll, kamen die Homburger Gerichtsmediziner am Dienstga (06.11.2012) zur Sprache.

Saarbrücken. Im spektakulären Badewannen-Prozess belastet eine Studie der Universität des Saarlandes den Angeklagten. Der Berufskraftfahrer (52) steht wegen Totschlages vor dem Schwurgericht. Er soll im November 2011 seine Ehefrau (47), eine Ärztin, in der Badewanne getötet haben. Die Anklage geht davon aus, dass er sie zunächst mit dem Brausekopf geschlagen und dann erwürgt hat. Der Ehemann bestreitet die Täterschaft. Die beiden Söhne machen von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Die Todesursache der Ärztin galt zunächst als ungeklärt – Grund genug für eine Obduktion durch Rechtsmediziner. Bei der Untersuchung wurden zunächst nur minimale Verletzungen entdeckt. Doch dann wurden am Kehlkopf frische Einblutungen gefunden. Die Gerichtsmediziner gingen von diesem Zeitpunkt an von einem Tötungsdelikt aus: Die Frau wurde erwürgt und starb durch Sauerstoffmangel im Gehirn. Die spätere Untersuchung des Brausekopfes aus dem Badezimmer der Familie ergab, dass winzige Verletzungen am Kopf der Getöteten zu den Noppen des Duschkopfes passen. Ein weniger exaktes Ergebnis brachte die Bestimmung des Todeszeitpunktes. Zwischen dem frühest- und spätestmöglichen Eintritt des Todes liegen 16 Stunden.

Eine weltweit einmalige Studie erstellten zwei Rechtsmediziner und eine Humanbiologin der Universität des Saarlandes zu DNA-Spuren unter den Fingernägeln des Opfers. Die Fragestellung: Sind sie auf einen Kampf zurückzuführen oder ist es eine übliche Übertragung zwischen Menschen, die in einer Beziehung leben? Insgesamt 35 Probandenpaare stellten sich den Wissenschaftlern zur Verfügung. Zunächst wurden ihre Fingernägel geschnitten und ein Mundabstrich zur DNA-Gewinnung genommen. Nach zwei Wochen musste ein Teil der Paare ihren Partner kratzen, andere nicht. Danach spülte ein Teil der Versuchspersonen die Hände unter fließendem Wasser. Sodann wurden die Nägel geschnitten und die DNA quantitativ bestimmt. Danach wurde statistisch 90 Prozent mehr genetisches Material bei den Kratzenden gefunden.

Daraus sei – so das Ergebnis der Studie – zu folgern, dass die Spuren unter einem Fingernagel des Tötungsopfers mit 95-prozentiger Sicherheit nicht durch den Alltagskontakt erklärbar sind. Der Angeklagte gab an, seine Frau habe ihn am Vortag in einem Streit schlagen wollen, aber er sei ausgewichen und nur gestreift worden.

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