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Bäckerei Ecker in Homburg: Arbeitsplätze wohl sicher - Edeka steigt in Familienbetrieb ein

Von SZ-Redakteurin Ulrike Stumm

Die Familie Ecker zieht sich aus dem Familienbetrieb zurück, Edeka steigt mit ihrer Tochter Bäckerbub ein. Aufatmen bei der Belegschaft: Die Handelskette betonte: Alle der rund 300 Mitarbeiter werden übernommen und der Betrieb wird wie gewohnt weiter geführt.

Homburg.
Das Bäckerhaus Ecker wird an Edeka verkauft: Diese für viele Homburger überraschende Nachricht war wohl das Wochen-Gesprächsthema Nummer eins in der Stadt. Die Verträge sollen am Montag unterzeichnet werden, dann soll die Übernahme rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres gelten, teilte Edeka Südwest über das Bäckerhaus mit. Vertragspartner ist die Bäckerbub GmbH, eine hundertprozentige Tochter von Edeka Südwest mit Sitz in Offenburg.

Alle Mitarbeiter übernommen

Alle Mitarbeiter würden übernommen, der Betrieb wie gewohnt weitergeführt, hieß es von dem Unternehmen. „Wir freuen uns über die reibungslose Übernahme. Mit der Ecker GmbH sichern wir uns den besten saarländischen Backbetrieb mit Frischteiglings-Konzept, hochwertigem Ladenbau sowie guten Standorten“, unterstrich Detlev Weiler, Geschäftsführer von Bäckerbub, in einem Schreiben. Zudem könne mit der Akquisition nun fast das gesamte Vertriebsgebiet der Edeka Südwest abgedeckt und „gleichzeitig unsere Logistik optimiert werden“. Damit der Backbetrieb in Homburg kontinuierlich weiterlaufen könne, werde der Standort mit eigenem Vertriebsgebiet und Betriebsleiter nun als fünfter Produktionsbetrieb der Bäckereigruppe geführt. Zu der Gruppe gehören auch die K&U-Bäckerei sowie die Schwarzwaldbrot GmbH.

Finanzielle Schwierigkeiten seien nicht der Grund für den Verkauf, betonte Mitgeschäftsführerin Dana Holzweißig-Ecker, 41, am Rande eines Besuchs in der Redaktion unserer Zeitung. Sie selbst wird genauso wie ihre Eltern Margot und Manfred Ecker, 58 und 61 Jahre alt, aus der Geschäftsführung aussteigen. „Meine Eltern haben ein Leben lang gearbeitet, nun gehen sie in den wohlverdienten Ruhestand.“ Für sie wäre es schwierig geworden, den Betrieb alleine zu stemmen, unterstrich Dana Holzweißig-Ecker. Einen Partner ins Geschäft mit hineinzunehmen, lehnt sie ab. Der nun beschrittene Weg sei „die bessere Lösung“.

Arbeitsplätze wohl sicher

Sie hält die Arbeitsplätze – es gibt rund 300 Mitarbeiter und saarlandweit Filialen – durch den Schritt sogar für besonders „gesichert für die Zukunft“. Die Weichen seien gestellt, um den Bestand des Bäckerhauses zu sichern. Schließlich werde das regionale Bäckergeschäft schwieriger, weil Ketten eigene Backstationen aufbauten. „Bei uns wird viel Wert auf gerechte Bezahlung und gute Qualität gelegt.“ Mit den Discount-Preisen könne man nicht mithalten. Alles in allem bleibe das Bäckerhaus was es war, „nur die Geschäftsführer scheiden aus“. Weder bei den Filialen und der handwerklichen Qualität noch bei den Mitarbeitern sowie deren Arbeitsverträgen solle es Veränderungen geben, sagte sie. Auch für Kunden und Geschäftspartner solle alles beim Alten bleiben. „Ich habe großes Vertrauen in die Bäckerbub GmbH.“

Unter den Mitarbeitern gibt es allerdings trotz der Versicherungen Unruhe. Sie haben sich an die Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuss, Gaststätten) gewandt, am Sonntag soll ein Betriebsrat gegründet werden (wir berichteten). Man wisse nicht, was mit den Tarifen, den Arbeitsbedingungen oder den Arbeitsplätzen geschieht, hieß es von Seiten der NGG.

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