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Bäderkonzept bis Sommer 2016

Um kaum etwas wird im Saarland erbitterter und emotionaler gestritten als um die Zukunft von Schwimmbädern. Doch ihr Erhalt ist für viele der hochverschuldeten Kommunen ein Kraftakt. Nach Angaben des saarländischen Städte- und Gemeindetages schlossen in den vergangenen zehn Jahren mindestens neun Schwimmbäder – fünf, ohne dass danach ein Ersatzbad gebaut wurde. „Angesichts der hohen Defizite von häufig über einer halben Million Euro pro Bad und Jahr ist hier eine regional abgestimmte Infrastrukturplanung (…) notwendig“, schreibt der Kaiserslauterer Professor Martin Junkernheinrich in seinem Gutachten zur Finanzsituation der Kommunen. Dazu zählt Junkernheinrich Bäderschließungen, aber auch höhere Eintrittspreise , den gemeinsamen Betrieb von Bädern durch mehrere Kommunen und die qualitative Aufwertung verbleibender Bäder.

Die Landesregierung und der Städte- und Gemeindetag befürworten ein landesweites Bäderkonzept für die 66 kommunalen Bäder an 62 Standorten in 42 Kommunen (Quelle: Junkernheinrich-Gutachten). Zuständig für die Erstellung ist das Innenministerium. Bis zum Sommer 2016 soll das Konzept fertig sein, heißt es dort auf SZ-Anfrage.

Das für die Koordination zuständige Referat Landesplanung hat vor einigen Wochen einen Erhebungsbogen an die Gemeinden verschickt, um aktuelle Daten zu erhalten. Die derzeitigen Zahlen stammen aus dem Jahr 2003. So müssen die Kommunen Auskunft geben über den Betreiber, die Art des Bades, den Modernisierungsstand, die Größe der Becken und die Barrierefreiheit. Auch weitere Angebote wie Saunas, Rutschen, Sprungtürme, Whirlpools und Lehrschwimmbecken müssen sie auflisten. Darüber hinaus interessiert die Planer, wie wirtschaftlich das Schwimmbad ist, also wie hoch die Erlöse sind, was der Eintritt kostet, wie viele Besucher kommen und wie hoch die Kosten für Personal, Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung sind. Noch ist der Rücklauf nicht abgeschlossen.

Am Ende soll ein Vorschlag stehen, der auch bewertet, welche Rolle die Bäder für den Vereins- und Schulsport spielen, ob sie Angebote zur Gesundheitsvorsorge anbieten, wie attraktiv ihr Freizeitangebot ist und ob sie für den Tourismus bedeutsam sind. Das Bäderkonzept soll diese Kriterien verknüpfen mit den Standorten und einer bestmöglichen Erreichbarkeit für die Bevölkerung. So solle sichergestellt werden, dass die Auslastung der Bäder langfristig tragfähig sei, heißt es.

Empfehlungen der Art, welche Bäder geschlossen werden sollen oder welcher Betreiber die Eintrittspreise erhöhen soll, sollen aber nicht ausgesprochen werden, betont das Innenministerium: „Allen Beteiligten sollte klar sein, dass es sich bei diesem Konzept lediglich um eine ‚Hilfestellung' des Landes gegenüber den Betreibern handelt, denen die eigentliche Konzeptumsetzung obliegt.“ Die Auswertung der Fragebögen und der Erreichbarkeitsanalyse soll es den Betreibern ermöglichen, anhand der fachlichen Aspekte entscheiden zu können, für welche Bäder ein Erhalt am sinnvollsten ist. „Sicherlich gibt es außerdem andere Gesichtspunkte, die für eine jeweilige Auswahl von Relevanz sind, dementsprechend stellt das Bäderkonzept nur einen Baustein zur Gestaltung der Bäderlandschaft dar.“ Die Kommunalaufsicht mache den Städten und Gemeinden keine Vorgaben, sie gebe nur den Sanierungsumfang vor.

Auch Junkernheinrich räumte ein, dass nicht nur die Effizienz eine Rolle spielen dürfe. Nötig sei „eine qualitative Aufwertung des Bäderbestandes“, wozu die „Quantität des Bäderangebotes auf ein bedarfsgerechtes (und finanzierbares) Maß zurückgeführt werden“ müsse. Er schätzt, dass die Kommunen jedes Jahr mindestens 25 Millionen für den Bäderbetrieb zuschießen müssen. Am Ende müssen also die Kommunen selbst in den sauren Apfel beißen, und entscheiden, ob sie sich ihre Bäder noch leisten können und wollen.
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