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Baggerfahrer kappt Leitungen in St. Wendel

St. Wendel. Eigentlich sollte klar sein, wo Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, Gas und Telekommunikation unter Straßen und Plätzen verbuddelt sind. Davon geht auch Berthold Wegmann aus. Er ist Geschäftsführer bei VSE-Net in Saarbrücken, Dienstleister für Telefon- und Internetanschlüsse.

Sechs dicke Glasfaserkabel getroffen

Doch gestern Vormittag passierte das Malheur, das laut Experte eigentlich nicht vorkommen dürfte: Ein Baggerfahrer, der in St..Wendel in der Nähe des Umspannwerkes ausschachtete, traf gleich sechs dicke Glasfaserkabel - und kappte so die Anschlüsse von bis zu 400.Privatkunden. Darüber hinaus waren etwa 50.Geschäfte und Behörden betroffen, darunter die Stadtverwaltung, die Kreissparkasse sowie die Saarbrücker Zeitung.

Kein Telefon, E-Mail, Internet

Telefone waren ab 10.54.Uhr nicht mehr zu erreichen. Der Zugang zum Internet gekappt. Damit kamen auch keine E-Mails mehr an. Alles, was mit Festnetz-Telekommunikation zu tun hat, war nicht mehr möglich. Wie viele private Haushalte direkt nach der Havarie von der telefonischen Außenwelt abgeschnitten waren, sei nicht ganz klar. Dafür hätten sich alle Betroffenen melden müssen, begründete der Saarbrücker Geschäftsführer. Da sich der Zwischenfall jedoch während der Hauptberufszeit ereignete, seien nicht alle zu Hause gewesen, hätten folglich nichts vom Unfall mitbekommen.

Viele Leitungen bis in die Abendstunden tot

„So was darf nicht passieren“, reagierte VSE-Net-Chef Wegmann sauer. Denn Bauunternehmer erhielten rechtzeitig vor Arbeitsbeginn entsprechende Pläne über an Ort und Stelle verlaufende unterirdische Leitungen. In diesem Fall habe das aber wohl nicht funktioniert. Bei Garagenabrissarbeiten traf der Bauarbeiter die modernen Hochleistungsverbindungen. Zwar seien Mitarbeiter seines Unternehmens rasch vor Ort gewesen. Dennoch waren viele Leitungen bis in die Abendstunden tot. In der ersten Stunde seien wahrscheinlich die Leitungen aller am zerstörten Kabel angeschlossenen Verbraucher abgeschnitten gewesen, sagte Wegmann. Erst nach und nach habe VSE-Net die Verbindungen umleiten und die von der Baggerschaufel durchtrennten Fasern reparieren können. In einem ersten Schritt löteten VSE-Fachleute die zerschnittenen Leitungen mit einem Laserimpuls, in der Fachsprache spleißen genannt.

Ob ganze Abschnitte womöglich ersetzt werden müssen, werde die nächsten Tage entschieden. Den Schaden schätzt Wegmann bislang auf einen „soliden fünfstelligen Betrag“.

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