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Bahn-Gewerkschaft befürchtet das Ende von EC- und IC-Zügen ab Saarbrücken

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) warb gestern für umweltfreundlichen Nahverkehr per Bahn. Im Bahn-Fernverkehr sieht es für das Saarland derzeit düster aus.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) warb gestern für umweltfreundlichen Nahverkehr per Bahn. Im Bahn-Fernverkehr sieht es für das Saarland derzeit düster aus.

Es sollte eine öffentlichkeitswirksame Werbeveranstaltung werden. Andreas Schilling startet als Chef von DB Regio Südwest und Rhein Neckar gemeinsam mit Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) eine gemeinsame Marketingaktion. So wirbt ein Elektrotriebwagen ab sofort im Nahverkehr mit einem großen Aufkleber für die Energiewende an der Saar und die umweltfreundliche Nutzung des Schienennahverkehrs. Vor dem Fahrzeug werden fleißig Fotos mit den Beteiligten gemacht.

Doch einer der Gäste, Ralf Damde, Betriebsrat von DB Regio und Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an der Saar, blickt finster in die Runde. Er hat am Morgen als Betriebsrat einen Brief der Personalabteilung zur Kenntnis bekommen, in dem die sieben in Saarbrücken stationierten Wagenmeister aufgefordert werden, sich in anderen Unternehmensbereichen zu bewerben. Es werde sicher gelingen, die Personen unterzubringen, räumt Damde ein. Doch er sieht ein handfestes Problem. „Diese Wagenmeister werden ausschließlich für den Fernverkehr gebraucht.“ Sie führten alle sicherheitsrelevanten Untersuchungen bis hin zu Bremsproben und kleineren Reparaturen an Eurocity (EC) und Intercity (IC) Zügen durch. „Ohne Wagenmeister fährt keiner dieser Züge“, betont Damde. Die Aufforderung der Personalabteilung an die Wagenmeister, sich anderswo zu bewerben, sei das von der Bahn selbst programmierte Ende der nationalen Fernverkehrszüge vom Typ IC und EC ab Saarbrücken spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015. „Die Bahn hängt das Saarland vom Fernverkehr ab“, so Damde. Für den nationalen Fernverkehr blieben dann künftig nur noch vier ICE/TGV Züge von Paris über Saarbrücken nach Frankfurt.

Wirtschaftsministerin Rehlinger zeigte sich überrascht. Ihr sei bisher nichts von der Bahn über den Abbau von Wagenmeistern und weiteren Fernverkehrszügen mitgeteilt worden. Die Bahn habe zugesagt, bei anstehenden Veränderungen stets die Landesregierung zu informieren. Bahn Pressesprecher Torsten Sälinger betonte in einer Stellungnahme, die Wagenmeister von DB Regio würden künftig nicht mehr gebraucht. Mit dem Fahrplanwechsel 2015 würden statt lokbespannten Zügen moderne Triebzüge eingesetzt. Aus der Modernisierung bei Nahverkehrszügen Folgerungen auf das Angebot im Fernverkehr abzuleiten, sei eine Spekulation.


Meinung

Es reicht langsam

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Welches Spiel spielt die Bahn an der Saar ? Immer wieder wird der gute Wille gegenüber der Landesregierung betont, man wolle sich stärker engagieren. Die Wirklichkeit ist das krasse Gegenteil. Was nutzen Marketingkampagnen mit dem Slogan „Großes entsteht immer im Kleinen“, wenn die Region immer schlechter zu erreichen ist? Verschleudertes Geld, vergebliche Liebesmüh, auch, was das Vertrauen zum Bahn-Vorstand betrifft. Über den geforderten Ersatz-ICE Saarbrücken-Frankfurt für den wegfallenden TGV Paris-Frankfurt hört man auch nichts. Es wird Zeit, dass die Ministerpräsidentin gegenüber der Bahn ihre Naivität verliert. Es ist Zeit, dass sich landesweit parteiübergreifend Protest mit Unterstützung der Wirtschaft formiert. Die Saar-Politiker in Berlin müssen Druck auf Regierung und Bahn ausüben. Sonst ist der Zug für das Saarland endgültig abgefahren.
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