A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Illingen Gefahr durch defektes Fahrzeug, rechter Fahrstreifen blockiert (17.12.2017, 23:22)

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Bahn will Zugreisende filmen

Trier. Fotos von Häusern im Internet, Kameras in Einkaufscentern und demnächst auch in Zügen: Immer mehr Menschen werden an immer mehr Orten beobachtet. Kürzlich sorgte der Internet-Konzern Google mit seinem geplanten neuen Dienst „Street View“(„Straßensicht“), bei dem Straßen und Häuser fotografiert und die Bilder ins Internet gestellt werden, für Aufsehen. Datenschützer zeigen sich alarmiert und warnen vor Eingriffen in die Privatsphäre.

Nun bestätigte die Deutsche Bahn nach einem Bericht der Zeitung „Trierischer Volksfreund“, dass künftig in Regionalzügen gefilmt werden soll. „Wir starten mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erstmals im Südwesten eine Video-Überwachung im Zug von Koblenz über Trier nach Perl“, sagte Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp. Von Wellen bis Perl verkehrten allerdings wegen der Tunnellbauarbeiten (die SZ berichtete) noch bis August 2010 Busse.

Laut Honerkamp hät sich die Bahn an die Bedingungen, die die Länder als Auftraggeber für den Regionalverkehr im Vertrag festgehalten haben. „Das ist aber auch im Interesse der Bahn“, sagt Honerkamp. So könnten durch die Video-Überwachung Sachbeschädigungen vermieden werden. Für die neuen Fahrzeuge im Westpfalz-Netz seien ebenfalls bereits Kamera-Ausrüstungen vorgesehen. Entgegen anderslautender Gerüchte würden die Zugbegleiter jedoch nicht abgeschafft, stellte Honerkamp klar.

Der Datenschutzbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Edgar Wagner, betrachtet die um sich greifende Überwachung skeptisch. Er verlangte demnach, dass die Menschen mit Hinweisschildern auf die Kameras hingewiesen werden müssten. Das sei häufig nicht der Fall. Wagner sieht generell deutliche Unterschiede im Datenschutz im Vergleich zu Ländern wie England, wo selbst öffentliche Straßen und Plätze überwacht würden.

Die persönlichen Rechte Betroffener müssten hierzulande stärker gesichert werden. Das gelte insbesondere für das Internet. Die größte Gefahr droht den Bürgern nach Ansicht des Datenschutzbeauftragten „durch ihre eigene Nachlässigkeit“. Persönliche Daten würden „sorglos preisgegeben“, etwa bei dem Einsatz der Millionen Kundenkarten im Einzelhandel. fcg








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