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Bahn will neuen ICE schon 2014 ab Saarbrücken einsetzen

Noch gibt sich die Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG in Berlin zurückhaltend. Die bisherigen Erfahrungen mit den jahrelangen Verzögerungen bei der Auslieferung neuer ICE-Züge durch den Hersteller Siemens hat die Planer vorsichtig werden lassen. Doch gestern bestätigte ein Konzernsprecher der Bahn auf Anfrage unserer Zeitung erstmals unmissverständlich: „Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Saarbrücken- Paris wird eine der ersten internationalen Verbindungen sein, auf denen die neuen ICE-Hochgeschwindigkeitszüge der Baureihe 407 eingesetzt werden.“ Die insgesamt 16 bei Siemens bestellten neuen ICE-Züge im Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro seien alle mit der Maßgabe bestellt worden, in Deutschland, Frankreich und Belgien fahren zu dürfen. Sie enthalten sowohl die für Fahrten nach Frankreich notwendige Mehrstromtechnik, als auch die international geforderte Sicherheits- und Signaltechnik.

Vier der neuen ICE-Züge vom Typ „Velaro D“ als Weiterentwicklung der ICE 3-Serie hat Siemens bereits für den innerdeutschen Verkehr ausgeliefert, bestätigt Jochen Eickholt, Chef der der Siemens-Sparte Rail Systems. Das Eisenbahn- Bundesamt hat die Zulassung für den innerdeutschen Verkehr erteilt. Die restlichen acht Züge sollen im Frühjahr 2014 ausgeliefert werden und anschließend zunächst Testfahrten in Frankreich und Belgien absolvieren. Wann genau diese Züge im Regelbetrieb auch zwischen Frankfurt, Saarbrücken und Paris eingesetzt werden, hängt jetzt maßgeblich noch davon ab, wann die Zulassungsbehörden in Frankreich und Belgien die Signale auf Grün stellen. Deshalb will sich auch der Deutsche-Bahn-Sprecher noch nicht auf einen exakten Starttermin festlegen, ab dem die ersten neuen ICE-Züge von Frankfurt über Saarbrücken nach Paris fahren. Es sei nach gegenwärtigen Planungen jedoch noch 2014 wahrscheinlich.

Der neue Zug wird gegenüber dem Vorgängermodell einige Verbesserungen enthalten. Die wohl Wichtigste: Rollstuhlfahrer müssen künftig nicht mehr die Hilfe des Bahnpersonals beim Ein- und Ausstieg in Anspruch nehmen. Letztere sorgten bisher mit Hilfe eines Hublifts dafür, dass Rollstuhl-Reisende in den Zug gelangen. Künftig ist dieser Hublift fest in den Zug integriert und kann bei Bedarf am Gleis ausgefahren werden. Zudem bekommen Sehbehinderte auf dem Weg durch den Zug durch spezielle leichte Erhebungen im Teppich eine gezielte Orientierungshilfe. Auch farbliche Signale auf dem Boden sollen die Orientierung erleichtern.

Der Reisekomfort in der Bord-Gastronomie wird sich wieder erhöhen. Gegenüber der jetzigen Gestaltung des Speisewagens mit verkleinerter Bistro- Lösung wird der neue Speisewagen als komplettes Bord- Restaurant mit insgesamt 16 Plätzen unterwegs sein. Die Zahl der Sitzplätze im Zug erhöht sich von 413 auf 444. Als Höchstgeschwindigkeit sind 320 km/h vorgesehen. Auch die Information der Reisenden soll besser werden. Zum einen durch Bildschirme an der Decke der Zugabteile, die Anschlüsse und Verspätungen anzeigen sollen. Zum anderen durch eine verbesserte elektronische Anzeige der Fahrziele, die in die Zugtüren integriert ist. Angekündigt sind viele Verbesserungen. Jetzt müssen die neuen Züge nur noch fahren.




MEINUNG

Ein geschickter Schachzug

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Für die Deutsche Bahn entwickelt sich die Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Saarbrücken- Paris schon länger zu einem Kassenschlager. Wer selbst mit diesen Zügen unterwegs ist, kann ein Lied davon singen, wie schwer es mittlerweile zu bestimmten Zeiten geworden ist, überhaupt noch einen Platz zu bekommen. Der frühzeitige Einsatz der neuen ICE-Züge vom Typ „Velaro D“ mit offensichtlich noch höherem Komfort wäre zudem ein ausgesprochen wichtiger Schachzug bei allen Bemühungen, die Strecke künftig in Konkurrenz zur Verbindung Paris-Straßburg-Stuttgart- Frankfurt noch attraktiver zu gestalten. Die Landesregierung muss jetzt alles daran setzen, den Einsatz der neuen Züge von Bahnchef Rüdiger Grube noch einmal einzufordern. Beim bereits terminierten Bahngipfel Mitte Januar 2014 in der Staatskanzlei bekommt sie Gelegenheit dazu
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